Kolorektales Karzinom: Heilungserfolge mit neuem theranostischen Ansatz für die Radioimmuntherapie4. Mai 2026 Darmkrebs (Abbildung: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com) Eine neue, zielgerichtete Radioimmuntherapie (PRIT) hat sich in einem präklinischen Darmkrebsmodell als sicher und wirksam bei der Tumorbekämpfung erwiesen. Der mehrstufige theranostische Ansatz führt Alpha-Strahlung direkt zu den Tumoren und minimiert gleichzeitig die Belastung des gesunden Gewebes. Die Forschungsergebnisse wurden in der Mai-Ausgabe des „Journal of Nuclear Medicine“ veröffentlicht. Strahlung nur dort, wo sie benötigt wird Die Radiopharmakotherapie, insbesondere mit molekular zielgerichteten Alpha-Radionukliden, erweist sich als wegweisend in der Onkologie. Besonders vielversprechend ist die theranostische Paarung bestehend aus 203Pb und 212Pb. Die toxischen Effekte von 212Pb auf die Nieren sind jedoch weiterhin Anlass zur Sorge. „Angesichts der Toxizitätsprobleme bleihaltiger Radionuklide kann die photodynamische Radiotherapie (PRIT) besonders hilfreich sein, um sicherzustellen, dass die Strahlung nur dort wirkt, wo sie benötigt wird“, erklärt Dr. Sarah M. Cheal, Assistenzprofessorin am Weill Cornell Medicine in New York (USA). „In dieser Studie haben meine Kollegen und ich einen neuartigen PRIT-Ansatz für Darmkrebs entwickelt, dessen Biodistribution untersucht und verschiedene Behandlungsregime getestet, um die wirksamste Methode zu ermitteln.“ Der PRIT-Ansatz zielte auf GPA33 ab. Dabei handelt es sich um ein Antigen, das in 95 Prozent der Darmtumoren überexprimiert ist. Die Forscher führten zunächst serielle Untersuchungen zur Biodistribution und Bildgebungsstudien (Single-Photon-Emissions-Computertomographie[SPECT]/Computertomographie[CT]) mit GPA33-gerichteter, auf 203Pb/212Pb-DOTA basierender PRIT durch (DOTA als Chelatbildner), um die Machbarkeit zu prüfen. Nach Bestätigung der Machbarkeit werteten sie die Dosimetrie aus und testeten verschiedene Behandlungsregime an Mäusen mit humanen Darmkrebstumoren. Die Forschenden stellten fest, dass zwei aufeinanderfolgende Dosen im Abstand von 48 Stunden zu einem verlängerten Überleben führten. Sie beobachteten außerdem laut histologischer Beurteilung eine Heilung bei drei von fünf Mäusen der Kohorte. Die Mäuse dieser Behandlungsgruppe wiesen ein normales Knochenmark und eine insgesamt erhaltene Nierenfunktion auf. Die zielgerichtete Radioimmuntherapie mit 203/212Pb-DOTA gegen das Glykoprotein-Antigen GPA33 hat sich in präklinischen Modellen von menschlichem Darmkrebs als sicher und wirksam erwiesen. (Grafik: Department of Communications, Design and Creative Services, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, NY) Effektiver Angriff, minimale Toxizität „Dieser PRIT-Ansatz ermöglichte einen effektiven Angriff des Tumors bei minimaler Toxizität und demonstrierte ein äußerst günstiges therapeutisches Fenster für die kurative Radioimmuntherapie“, berichtet Dr. Nai-Kong V. Cheung vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York (USA). „Wir wissen, dass ein erheblicher Bedarf an effektiveren und nebenwirkungsärmeren Therapien für fortgeschrittenen Darmkrebs besteht. Diese Studie stellt einen frühen, aber wichtigen Schritt zur Entwicklung einer radiopharmazeutischen Strategie dar, die diesen Bedarf decken kann.“ „Darüber hinaus“, fährt er fort, „kann diese modulare Plattform an viele verschiedene Tumorziele angepasst werden. Die Erkenntnisse über ein Ziel lassen sich auch für andere nutzen, entweder für denselben Tumor oder für ein breiteres Spektrum an Krebsarten. Die theranostische Kombination aus 203Pb und 212Pb ist besonders vielversprechend, und unsere Ergebnisse unterstreichen ihr wachsendes Potenzial in der Nuklearmedizin und der Präzisionsonkologie.“
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