ASCO 2025: Trastuzumab-Deruxtecan kann Überleben bei fortgeschrittenem HER2-positiven Magenkrebs verlängern

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Die internationale klinische Phase-III-Studie DESTINY-Gastric04 hat ergeben, dass Trastuzumab-Deruxtecan in der Zweitlinie Patienten mit fortgeschrittenem HER2-positiven Magenkrebs, der in der Erstlinie progredient ist, ein etwa drei Monate längeres Überleben ermöglichen kann.

Diese Ergebnisse unterstützen den Einsatz von Trastuzumab-Deruxtecan in der Zweitlinie bei diesen Patienten. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2025 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die vom 30. Mai bis 3. Juni in Chicago, USA, stattgefunden hat.

Die ASCO-Perspektive

„Trastuzumab-Deruxtecan ist für Patienten mit metastasiertem HER2-positiven Magenkrebs oder einem Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs zugelassen, die zuvor eine Trastuzumab-basierte Therapie erhalten haben“, erklärte Dr. Pamela Kunz, Direktorin des Zentrums für gastrointestinale Krebserkrankungen am Smilow Cancer Hospital und Yale Cancer Center und ASCO-Expertin für gastrointestinale Krebserkrankungen. „Die Zulassung basiert auf früheren Phase-II-Studien. Die in dieser Studie beobachtete Verbesserung des OS mit Trastuzumab-Deruxtecan vs. Ramucirumab plus Paclitaxel bestätigt die Bedeutung von Trastuzumab-Deruxtecan in der Zweitlinientherapie.“

Erstmals Überlebensvorteil mit Anti-HER2-Therapie in der Zweitlinie

„Wenn es in der Erstlinie beim metastasierten HER2-positiven Magenkrebs zu einer Progression kommt, gab es bisher keine gegen HER2 gerichteten Medikamente, die in einer klinischen Phase-III-Studie in der Zweitlinie einen Überlebensvorteil gezeigt hätten. Die Ergebnisse von DESTINY-Gastric04 zeigen, dass die Zweitlinientherapie mit dem gegen HER2 gerichteten Trastuzumab-Deruxtecan das Überleben im Vergleich zu einer Chemotherapie verlängern kann“, erklärte der leitende Studienautor Dr. Kohei Shitara vom National Cancer Center Hospital East in Kashiwa, Japan.

Menschen mit metastasiertem Magenkrebs haben oft eine schlechte Prognose mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 5-10 Prozent. Etwa 5-17 Prozent dieser Karzinome sind HER2-positiv. Für Menschen mit metastasiertem HER2-positiven Magenkrebs oder GEJA, der während der Erstlinientherapie progredient ist, stellt Paclitaxel mit Ramucirumab eine Standard-Zweitlinientherapie dar. Bisher gab es für Patienten mit metastasiertem HER2-positiven Magenkrebs in der Zweitlinie keine Therapien, die direkt auf das HER2-Protein abzielen.

Trastuzumab-Deruxtecan ist ein zielgerichtetes Therapeutikum, das direkt auf das HER2-Protein von Krebszellen abzielt. Basierend auf Ergebnissen früherer klinischer Phase-II-Studien ist Trastuzumab-Deruxtecan in mehr als 65 Ländern für Patienten mit fortgeschrittenem HER2-positivem Magenkrebs oder GEJA zugelassen, die zuvor mit einem Trastuzumab-basierten Therapieschema behandelt wurden. Die klinische Studie DESTINY-Gastric04 ist die erste klinische Phase-III-Studie, die Trastuzumab-Deruxtecan direkt mit Paclitaxel und Ramucirumab in der Zweitlinie für diese Patienten vergleicht.

Die DESTINY-Gastric04-Studie

DESTINY-Gastric04 umfasste 494 Patienten mit metastasiertem oder inoperablem HER2-positiven Magenkrebs oder GEJA, deren Krankheit während oder nach der Behandlung mit einem Trastuzumab-basierten Therapieschema fortgeschritten war. Das mediane Alter der Patienten lag bei etwa 64 Jahren, und die meisten stammten aus Westeuropa oder Asien. Die Patienten wurden randomisiert entweder Trastuzumab-Deruxtecan (246 Patienten) oder Paclitaxel mit Ramucirumab (248 Patienten) zugeteilt. Etwa 60 Prozent der Patienten in jeder Behandlungsgruppe litten an Magenkrebs und etwa 40 Prozent an GEJA.

Nach einer medianen Nachbeobachtung von 16,8 Monaten in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe und 14,4 Monaten in der Standardbehandlungsgruppe stellten die Forscher Folgendes fest:

  • Trastuzumab-Deruxtecan verlängerte die Überlebensdauer der Patienten um 3,3 Monate. Das mediane OS betrug 14,7 Monate für Patienten, die Trastuzumab-Deruxtecan erhielten, vs. 11,4 Monate für Patienten, die Paclitaxel mit Ramucirumab erhielten.
  • Trastuzumab-Deruxtecan reduzierte das Sterberisiko der Patienten um 30 Prozent. Das mediane PFS betrug in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe 6,7 Monate vs. 5,6 in der Gruppe mit Standardbehandlung.
  • Bei den Patienten in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe reduzierte sich das Risiko einer Progression um 26%.
  • Die ORR lag in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe bei 44,3 Prozent vs. 29,1 in der Gruppe mit Standardtherapie.
  • Die Krankheitskontrollrate (DCR) beziffern die Studienautoren auf 91,9 Prozent in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe vs. 75,9 Prozent in der Gruppe mit Standardtherapie.

Bei allen Patienten in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe traten Nebenwirkungen auf, ebenso wie bei fast allen Patienten mit der Standardtherapie (97,9%). Bei den meisten Patienten in beiden Gruppen lagen die Nebenwirkungen bei Grad ≥3 (68% mit Trastuzumab-Deruxtecan vs. 73,8% mit Standardtherapie). Insgesamt entsprachen die Nebenwirkungen der Patienten in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe den bereits bekannten Nebenwirkungen des Medikaments. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Trastuzumab-Deruxtecan gehörten Fatigue (48% der Patienten), Neutropenie (48%), Übelkeit (44,3%) und Anämie (31,1%).

Nächste Schritte

Die Forscher werden die Sicherheit und Wirksamkeit von Trastuzumab-Deruxtecan bei Patienten mit HER2-positivem Magenkrebs in der Erstlinie in drei separaten klinischen Studien weiter untersuchen: DESTINY-Gastric05, DESTINY-Gastric03 und ARTEMIDE-Gastric01. Diese Studie wurde von Daiichi Sankyo, Inc. gesponsert. Im März 2019 schloss AstraZeneca mit Daiichi Sankyo eine globale Entwicklungs- und Vermarktungskooperationsvereinbarung für Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd; DS-8201) ab.