ASCO 2026: Neue Therapie-Option bei metastasiertem triple-negativen Brustkrebs2. Juni 2026 Bild: ©Jiri Hera – stock.adobe.com Neue Ergebnisse der ASCENT-04-Studie zeigen, dass Sacituzumab Govitecan in Kombination mit Pembrolizumab das progressionsfreie Überleben 2 (PFS2) beim PD-L1-positivem, metastasiertem triple-negativen Brustkrebs (mTNBC) verbessert, versus Chemotherapie plus Pembrolizumab. Das PFS2 ist ein neu aufkommender Endpunkt, der eng mit dem Gesamtüberleben korreliert. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2026 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die heute in Chicago zu Ende geht. In die globale klinische Phase-III-Studie ASCENT-04 wurden 443 Personen aus 26 Ländern aufgenommen, die zuvor noch keine Behandlung für ihren metastasierten oder einen lokal fortgeschrittenen TNBC – der chirurgisch nicht entfernt werden konnte – erhalten hatten. Die Teilnehmer wiesen PD-L1-positive Tumoren auf und wurden randomisiert für Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab (n=221) oder eine Chemotherapie plus Pembrolizumab (n=222). Den Personen in der Chemotherapie-Gruppe stand die Möglichkeit offen, im Rahmen einer Crossover-Option in der Zweitlinie Sacituzumab Govitecan zu erhalten. Im Gegensatz zur ursprünglichen Auswertung dieser Studie untersuchte die vorliegende neue Analyse den Nutzen des Crossovers von einem Studienarm in den anderen. Zudem wurden die Behandlungsergebnisse auf der Grundlage des PFS2 bewertet – einem Indikator für langfristige Therapieerfolge, der das Gesamtüberleben (OS) eng widerspiegelt. Die Forscher definierten das PFS2 als den Zeitraum, der verstreicht, bis entweder die Krebserkrankung nach der Zweitlinientherapie fortschreitet oder der Tod – unabhängig von der Ursache – eintritt. Bessere Ergebnisse mit Sacituzumab-Govitecan plus Pembrolizumab Bei einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 14 Monaten setzten 43 Prozent in der Sacituzumab-Govitecan-Gruppe ihre ursprüngliche Behandlung fort, verglichen mit 23 Prozent in der Chemotherapie-Gruppe. Von den 125 Personen in der Sacituzumab-Govitecan-Gruppe, die ihre ursprüngliche Behandlung abgesetzt hatten, erhielten 69 eine nachfolgende Therapie. Von den 170 Personen in der Chemotherapie-Gruppe, die die Behandlung abbrachen, erhielten 119 eine nachfolgende Therapie; 81 Prozent von ihnen erhielten Sacituzumab Govitecan als nächste Behandlung. Insgesamt betrug die mediane Zeit bis zur ersten nachfolgenden Therapie in der Sacituzumab-Govitecan-Gruppe 17,3 Monate, verglichen mit 9,8 Monaten in der Chemotherapie-Gruppe. Das PFS2 war in der Sacituzumab-Govitecan-Gruppe signifikant verbessert, wobei der mediane PFS2-Wert zum Zeitpunkt der Nachbeobachtung noch nicht erreicht war. Im Vergleich dazu lag der mediane PFS2-Wert in der Chemotherapie-Gruppe bei 21 Monaten. Beide Ergebnisse fielen deutlich günstiger aus als die anfänglichen PFS-Ergebnisse, wobei die Kombination aus Sacituzumab Govitecan und Pembrolizumab – insbesondere über einen längeren Zeitraum hinweg – weiterhin eindeutig die vorteilhaftesten Resultate zeigte. Die mediane PFS2-Rate lag in der Sacituzumab-Govitecan-Gruppe zu den Zeitpunkten 1 Jahr (80% vs. 75,7% in der Chemotherapie-Gruppe), 18 Monate (71,9% vs. 53%) und 2 Jahre (63,7% vs. 45,6%) jeweils höher. Potenzieller neuer Behandlungsstandard „In dieser Analyse war das PFS2 im Arm mit Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab verbessert – und dies trotz einer großen Anzahl von Patienten im Kontrollarm, die in der Zweitlinientherapie Sacituzumab Govitecan erhielten. „Dies legt nahe, dass der Vorteil der Gabe von Pembrolizumab plus Sacituzumab Govitecan als Erstlinientherapie gegenüber einer Chemotherapie langfristig erhalten bleibt, was diese Kombination als potenziellen neuen Behandlungsstandard weiter untermauert“, sagte der leitende Studienautor Dr. Kevin Kalinsky vom Winship Cancer Institute der Emory University in Atlanta, Georgia. Diese Studie wurde von Gilead Sciences Inc. finanziert. Und die ASCO-Expertin für Brustkrebs, Dr. Eleonora Teplinsky, Leiterin der medizinischen Onkologie für Brustkrebs und gynäkologische Krebserkrankungen am Valley-Mount Sinai Comprehensive Cancer Care, kommentiert: „Aktualisierte Ergebnisse der Studie ASCENT-04 zeigen, dass der Nutzen von Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab über die erste Progression hinaus anhielt – mit einer Verbesserung des PFS2 sowie der medianen Zeit bis zur ersten nachfolgenden Behandlung. Dies gilt trotz des Crossover-Designs der Studie und der Tatsache, dass Sacituzumab Govitecan die am häufigsten eingesetzte Zweitlinientherapie bei Patienten im Arm mit Chemotherapie plus Pembrolizumab war. Diese Ergebnisse untermauern die Anwendung von Sacituzumab Govitecan und Pembrolizumab in dieser Patientenpopulation zusätzlich und sind von besonderer Bedeutung bei einer Erkrankung, für die dringend verbesserte Behandlungsergebnisse benötigt werden.“ Lesen Sie mehr zu Brustkrebs: Welche Krebsvorstufen entwickeln sich tatsächlich zu Brustkrebs? Faktoren, die das Rezidivieren von Brustkrebs beschleunigen, identifiziert TNBC: Zielgerichtete Therapie plus CAR-T-Zellen als neuer Ansatz
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