ASCO: Analyse des zirkulierenden Kidney Injury Molecule-1 in IMmotion01010. Juli 2024 Foto: © Peakstock/stock.adobe.com Eine Studie, die auf dem Annual Meeting 2024 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago, USA, vom 31. Mai bis 04. Juni 2024 vorgestellt wurde, hat nichtinvasive Marker für minimale Resterkrankung, Rezidive und den potenziellen Nutzen von Atezolizumab untersucht. In IMmotion010 verlängerte adjuvantes Atezolizumab das vom Prüfarzt beurteilte krankheitsfreie Überleben (primärer Endpunkt) gegenüber einem Placebo nach Resektion bei Patienten mit Nierenzellkarzinom (RCC) nicht (Hazard Ratio 0,93; 95%-KI 0,75-1,15; P=0,50; Pal Lancet 2023). Eine aktuelle explorative Analyse zirkulierender Proteinbiomarker zeigt jetzt, dass hohe Basiswerte des Kidney Injury Molecule-1 (KIM-1) im Serum mit einer schlechteren Prognose verbunden waren, jedoch die klinischen Ergebnisse mit Atezolizumab gegenüber einem Placebo verbesserten. Erhöhte KIM-1-Werte nach der Behandlung seien mit einem schlechteren krankheitsfreien Überleben verbunden gewesen, ergänzen die Autoren um Prof. Laurence Albiges von der Université Paris Saclay, Frankreich. In der IMmotion010-Studie waren Patienten mit RCC mit klarzelliger oder sarkomatoider Komponente und erhöhtem Rezidivrisiko nach Nephrektomie 1:1 für Atezolizumab 1200 mg oder Placebo intravenös alle drei Wochen für 16 Zyklen oder ein Jahr randomisiert worden. Eine retrospektive Proteomik-Analyse wurde mit einem affinitätsbasierten Proximity Extension Assay (PEA)-Panel von ungefähr 3000 Analyten durchgeführt, um zirkulierende Proteine mit unterschiedlichen Häufigkeitsmustern in zueinander passenden Serumproben (Ausgangswert vs. bei Rezidiv) zu identifizieren. Anschließend wurde ein hochempfindlicher Elektrochemilumineszenz-Test (ECL) verwendet, um die Werte von KIM-1 – eines Membranglykoprotein, das in klarzelligem und papillärem Nierenzellkrebs überexprimiert wird – in allen verfügbaren Serumproben zu Beginn und nach der Behandlung zu bewerten. Anschließend analysierten die Wissenschaftler die Ergebnisse bei Patienten mit hohem (≥86 pg/ml) gegenüber niedrigem KIM-1-Status zu Beginn. Ergebnisse der Studie Bei Patienten mit übereinstimmenden PEA-Proben (n=73) konnten die Forscher zirkulierendes KIM-1 als das am stärksten angereicherte Protein bei Rezidiv gegenüber dem Ausgangswert identifizieren. Von den 778 Patienten, die an IMmotion010 teilnahmen, wiesen 752 (97%) KIM-1-Basisdaten auf (hoch: 300 [40%]; niedrig: 452 [60%]). Ein hoher KIM-1 -Status war mit einem reduzierten krankheitsfreien Überleben assoziiert, und jene mit hohem KIM-1- Status hatten mit Atezolizumab ein besseres krankheitsfreies Überleben als mit Placebo. Eine Längsschnittanalyse der zueinander passenden Proben zeigte, dass bei Patienten mit hohem KIM-1-Status 9 Prozent (12/138) mit Atezolizumab und 26 Prozent (36/141) mit Placebo in Zyklus 4, Tag 1 einen Anstieg der KIM-1-Werte um ≥ 30% gegenüber dem Ausgangswert aufwiesen, verglichen mit 16 Prozent (34/213) bzw. 12 Prozent (25/207) der Patienten mit niedrigem KIM-1-Status. Wie sich zeigte, war ein Anstieg von KIM-1 um ≥30 % mit einem schlechteren krankheitsfreien Überleben assoziiert, sowohl mit hohem KIM-1-Status (Atezolizumab Hazard Ratio 1,68; 95 %-KI 0,77- 3,69; Placebo Hazard Ratio 3,53, 95%-KI 2,24,-5,58) als auch in der Subgruppe mit eingangs niedrigen KIM-1-Werten (Atezolizumab Hazard Ratio 3,56; 95%-KI 2,21-5,75; Placebo Hazard Ratio 3,22; 95%-KI 1,81-5,70) verbunden. Bei Patienten mit zueinander passenden ECL-Proben (n=103) waren die medianen KIM-1-Werte beim Rezidiv (172 pg/ml) höher (P<0,001) als zu Beginn (79 pg/ml). (sf)
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