ASH 2025: Chemotherapie-freie Ansätze gewinnen bei Blutkrebs an Bedeutung30. Dezember 2025 Bild: ©Creative Studio 79 – stock.adobe.com Zielgerichtete und Immuntherapien bieten zunehmend praktikable Alternativen zu den Chemotherapien, die jahrzehntelang ein Eckpfeiler der Behandlung von Menschen mit Blutkrebs waren. Dies geht aus Studien hervor, die auf der 67. Jahrestagung und Ausstellung der American Society of Hematology (ASH) vorgestellt wurden. Die Tagung fand vom 06.−09.12.2025 in Orlando, USA, statt. „Diese Studien deuten auf ein Ende der traditionellen Chemotherapie und ein Umdenken bei herkömmlichen Behandlungsansätzen hin“, führte Dr. Laura Michaelis aus, Professorin für Medizin am Medical College of Wisconsin in Milwaukee, USA, die die Pressekonferenz „Emerging Therapies and Immunotherapies in Blood Cancers“ moderierte. „Wissenschaftler konzentrieren sich auf Therapieansätze, die die gleichen oder bessere Ergebnisse bei geringerer Toxizität erzielen – was weniger vorzeitige Todesfälle, weniger Organschäden und eine höhere Lebensqualität für die Patienten bedeutet.“ Gute Ergebnisse mit Azacitidin und Venetoclax bei AML In der ersten Studie führte eine Kombinationstherapie mit Azacitidin und Venetoclax zu besseren Ansprechraten und einem verbesserten ereignisfreien Überleben (EFS) bei Patienten, die fit genug für eine konventionelle Induktionschemotherapie bei neu diagnostizierter Akuter myeloischer Leukämie (AML) waren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Kombination zu besseren Behandlungsergebnissen mit deutlich weniger Krankenhausaufenthalten und einer geringeren Symptomlast bei Patienten mit intermediärem bis hohem Risiko führen kann. Epcoritamab mit Rituximab plus Lenalidomid beim Follikulären Lymphom sinnvoll Die zweite Studie berichtet, dass eine Chemotherapie-freie Kombination aus Epcoritamab (einem bispezifischen Antikörper) und Rituximab plus Lenalidomid (einer immuntherapeutischen Kombination) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Follikulären Lymphom ein starkes und anhaltendes Ansprechen erzielte und somit als Chemotherapie-Alternative vielversprechend erscheint. Bedeutung von Tyrosinkinase-Inhibitoren steigt Die dritte und vierte Studie verdeutlichen die zunehmende Bedeutung von Tyrosinkinase-Inhibitoren. Eine Studie legt nahe, dass der nicht-kovalente Bruton-Tyrosinkinase-(BTK)-Inhibitor Pirtobrutinib bei Patienten mit Chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und Kleinzelligem lymphatischen Lymphom (SLL) gleichwertige oder sogar bessere Ergebnisse erzielen könnte als der ältere kovalente BTK-Inhibitor Ibrutinib. Die letzte Studie – die eine Kombinationstherapie mit Ponatinib (einem Tyrosinkinase-Inhibitor) und Blinatumomab (einer Immuntherapie) untersuchte – liefert Hinweise darauf, dass bei Ph+ Akuter lymphatischer Leukämie auf eine Chemotherapie in der Erstlinie verzichtet werden kann, ohne dass Wirksamkeit oder Sicherheit beeinträchtigt werden.
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