ASS und Darmkrebsrisiko: Lebensstil beeinflusst den Nutzen29. Januar 2025 © doucefleur – stock.adobe.com (Symbolbild) Acetylsalicylsäure (ASS) reduziert das Risiko von Kolorektalkarzinomen (KRK) – doch wie stark bei wem? Dieser Frage gingen Dr. Daniel R. Sikavi von der Harvard Medical School, Boston, USA, und seine Kollegen in einer aktuellen prospektiven Kohortenstudie nach, die in der Zeitschrift „JAMA Oncology“ erschienen ist. In die aktuelle Untersuchung gingen Frauen aus der Nurses’ Health Study (1980–2018) und Männer aus der Health Professionals Follow-Up Study (1986–2018) ein (Datenanalyse 01.10.2021–22.05.2023). Basierend auf dem Body-Mass-Index, Alkoholkonsum, körperlicher Aktivität, Ernährung und Rauchen berechneten die Wissenschaftler einen Score zwischen 0 und 5 für den Lebensstil, wobei höhere Werte einem gesünderen Lebensstil entsprechen. Als regelmäßige ASS-Einnahme definierten sie ≥2 Standard-ASS-Tabletten (325 mg) pro Woche. Das mittlere Ausgangsalter der 107.655 Teilnehmer (63.957 Frauen aus der Nurses’ Health Study und 43.698 Männer aus der Health Professionals Follow-Up Study) betrug 49,4 ±9,0 Jahre. Während des 3.038.215 Personenjahre langen Follow-ups wurden 2544 neu auftretende Fälle von KRK dokumentiert. Die multivariabel adjustierte kumulative 10-Jahres-Inzidenz von KRK betrug 1,98% (95%-KI 1,44–2,51) unter den Teilnehmern, die regelmäßig ASS einnahmen vs. 2,95% (95%-KI 2,31–3,58) unter jenen ohne ASS-Einnahme, was einer absoluten Risikoreduktion (ARR) von 0,97% entspricht. Wie die Autoren beobachteten, war die mit der ASS-Einnahme verbundene ARR bei den Teilnehmern mit den ungesündesten Lebensstilwerten am höchsten und nahm mit gesünderen Lebensstilwerten progressiv ab (p<0,001 für additive Interaktion). So berechnete das Team eine 10-Jahres-ARR für die Lebensstilwerte 0–1 (am ungesündesten) von 1,28% vs. 0,11% für die Lebensstilwerte 4–5 (am gesündesten). Ferner kalkulierten Sikavi et al. eine 10-Jahres-Number-Needed-to-Treat von 78 bei Teilnehmern mit Lebensstil-Scores von 0–1, von 164 bei Score 2, 154 bei Score 3 und 909 bei Scores von 4–5. Am ehesten zeigte sich ein ASS-Effekt in Bezug auf die Komponenten Body-Mass-Index und Rauchen. Fazit Die Einnahme von ASS war bei Personen mit einem weniger gesunden Lebensstil mit einer größeren absoluten Verringerung des KRK-Risikos verbunden. Die Ergebnisse legen nahe, dass Lebensstil-Risikofaktoren nützlich sein können, um Personen zu identifizieren, die möglicherweise ein günstigeres Risiko-Nutzen-Profil für die Krebsprävention mit ASS haben, bilanziert das Team. (sf) Autoren: Sikavi DR et al. Korrespondenz: Daniel Sikavi; [email protected] Studie: Aspirin Use and Incidence of Colorectal Cancer According to Lifestyle Risk Quelle: JAMA Oncol 2024;10(10):1354–1361. Web: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2024.2503
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