Assistierte Reproduktion kann die Plazenta und das Wachstum des Kindes beeinflussen7. Januar 2025 Foto: © Ko/stock.adobe.com Eine neue Studie der University of Helsinki, Finnland, hat mögliche Zusammenhänge zwischen dem Gewicht der Plazenta sowie dem Gewicht und der Größe der Neugeborenen untersucht. Obwohl mit assistierter Reproduktionstechnologie (ART) gezeugte Kinder im Allgemeinen gesund sind, wurde ein leicht erhöhtes Risiko für Wachstumsstörungen sowie für Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und neurologische Entwicklungsstörungen beobachtet. Die Ursachen für diese Risiken und die Frage, ob sie auf die ART-Verfahren oder die elterliche Unfruchtbarkeit zurückzuführen sind, sind unbekannt. Um die molekularen Mechanismen hinter den ART-assoziierten Risiken zu verstehen, haben Forscher der Universität Helsinki und des Universitätsklinikums Helsinki Neugeborene und Plazenten von 80 ART- und 77 spontanen Schwangerschaften untersucht. Beim Vergleich der Plazenta berücksichtigten sie erstmals unterschiedliche ART-Methoden sowie das Geschlecht der Kinder. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Ergebnisse der Studie Eines der nach Angaben der Forscher interessantesten Ergebnisse betraf die beiden am häufigsten verwendeten ART-Methoden ‒ den Transfer frischer (direkt aus der Kulturschale in die Gebärmutter übertragen) beziehungsweise zuvor kryokonservierter Embryonen. In vergangenen Studien wurde bereits festgestellt, dass Plazenten und Kinder aus einem Transfer frischer Embryonen im Durchschnitt kleiner sind als solche aus einem Transfer nach vorheriger Kryokonservierung. Dies war auch in der aktuellen Studie der Fall. Insbesondere wurde nun festgestellt, dass die beobachteten Veränderungen in Bezug auf den Stoffwechsel und das Wachstum nur für Plazentas aus frischen Embryotransfers spezifisch waren. „Fast alle Plazenten aus gefrorenen Embryotransfers waren während des natürlichen Zyklus der Mutter in die Gebärmutter übertragen worden und nicht während eines künstlichen Hormonschubs wie bei frischen Embryotransfers. Folglich ähnelt der Beginn der Schwangerschaft in diesen Fällen eher spontanen Schwangerschaften“, erklärt Pauliina Auvinen, Erstautorin. Veränderte Gen-Funktion festgestellt Darüber hinaus stellten die Forscher eine veränderte Funktion eines Gens namens DLK1 fest. Die Expression dieses Gens war sowohl in ART-Plazenta als auch in Plazenta von Schwangerschaften subfertiler Paare, die eine Befruchtungsbehandlung beantragt hatten, aber spontan schwanger wurden, reduziert. Das DLK1-Gen reguliert den Stoffwechsel und wurde bereits mit Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Außerdem kann es eine Rolle bei den physiologischen Anpassungen der Mutter an die Schwangerschaft spielen. Einer früheren Studie an Mäusen zufolge ist DLK1 für die richtige mütterliche Fastenreaktion während der Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung, da es die Umstellung auf die Verwendung von Fett als Energieressource ermöglicht und dadurch das Wachstum des Fötus sichert. Die Unterdrückung von DLK1 wurde auch mit einem geringeren Geburtsgewicht der Nachkommen in Verbindung gebracht, erklären die Autoren. Weitere Forschungen erforderlich Trotz der bedeutenden neuen Ergebnisse müssen noch mehr Proben gesammelt werden, um die Auswirkungen der verschiedenen Fruchtbarkeitsbehandlungsmethoden, der Subfertilität und des Geschlechts auf die Entwicklung und Gesundheit der Kinder besser zu verstehen. Um die langfristigen Auswirkungen der ART zu verstehen, ist außerdem eine langfristige Überwachung der Kinder erforderlich.
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