Assoziationsstudie bringt neue Erkenntnisse zu menschlichen Stoffwechselprozessen in der Niere15. Juni 2023 Abbildung: © ag visuell/stock.adobe.com Freiburger Forschende haben wesentliche neue Erkenntnisse über Stoffwechselprozesse in der Niere gewonnen. Ihre Erkenntnisse könnten zu neuen medizinischen Behandlungsansätzen führen. Die Wissenschaftler des Institutes für Genetische Epidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg maßen in Proben von mehr als 5000 Studienteilnehmern Metabolite in Blut und Urin. Diese glichen sie mit dem Genom der Probanden ab und konnten darüber 1299 genetische Veränderungen identifizieren, die mit Stoffwechselprodukten in Verbindung stehen und zu deren Herstellung, Abbau oder Transport beitragen. Die Erkenntnisse ermöglichen den Forschenden zufolge ein besseres Verständnis von Prozessen im gesamten Körper und insbesondere in der Niere und könnten zu einem besseren Verständnis von Krankheiten und neuen Ansätzen für deren Behandlung führen. So wirkt eine neue Klasse von Therapien zur Behandlung von Diabetes, SGLT2-Inhibitoren, zum Beispiel durch Hemmung eines Metabolittransporters in der Niere. „Diese Studie eröffnet uns neue Einblicke in den Stoffwechsel und seine Zusammenhänge mit der Gesundheit”, sagt Prof. Dr. Anna Köttgen, Direktorin des Institutes für Genetische Epidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg und Sprecherin des Sonderforschungsbereichs 1453 „Nephrogenetics“ der Universität Freiburg, der die Arbeit an der Studie unterstützte. „Sie liefert wertvolle Informationen, die uns helfen könnten, Krankheiten besser zu verstehen und damit eine Grundlage für neue Behandlungsoptionen zu schaffen.” Köttgen ist auch Mitglied des Exzellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg. Integration von Blut- und Urinanalysen brachte wichtige Erkenntnisse Die Durchführung einer solch groß angelegten Assoziationsstudie brachte besondere Herausforderungen mit sich. Die Forschenden mussten große Datenmengen analysieren und komplexe genetische Zusammenhänge verstehen. Erstautor Dr. Pascal Schlosser von der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und dem Institut für Genetische Epidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg erklärt: „Insbesondere der als Multi-Matrix-Untersuchung bezeichnete Vergleich von Blut- und Urinproben und deren genetischen Grundlagen ist sehr aufwändig. Er bietet aber die Möglichkeit zu unterscheiden, ob bestimmte Stoffwechselveränderungen vor allem in der Niere selbst oder über den Körper verteilt ablaufen. Außerdem konnten wir auf diese Weise einen viel größeren Teil der menschlichen Stoffwechselvorgänge beobachten als nur im Blut.“ Nierenenzym auch bei Bluthochdruck und Arthrose relevant So konnten die Forschenden unter anderem nachweisen, dass das Enzym DPEP1 nicht nur in der Niere wichtige Funktionen hat, sondern auch an gänzlich anderen Stellen im Körper von Bedeutung ist. So war eine erhöhte Aktivität von DPEP1 mit einem höheren Arthroserisiko verbunden, jedoch gleichzeitig mit einem niedrigeren Risiko für Bluthochdruck. „Unsere Erkenntnisse können dabei helfen, auch mögliche Nebenwirkungen von neu zu entwickelnden Medikamenten von Anfang an zu berücksichtigen“, sagt Erstautorin Nora Scherer, ebenfalls vom Institut für Genetische Epidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg.
Mehr erfahren zu: "Kombination zweier Medikamente könnte Nierenschäden bei septischem Schock verhindern" Kombination zweier Medikamente könnte Nierenschäden bei septischem Schock verhindern Britische Forschende haben gemeinsam mit Forschenden aus China herausgefunden, dass die kombinierte Gabe von Dobutamin und Noradrenalin während einer Operation wegen eines septischen Schocks das Risiko einer akuten Nierenschädigung signifikant […]
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Weltmännertag: Echte Stärke heißt auch, auf sich selbst zu achten" Weltmännertag: Echte Stärke heißt auch, auf sich selbst zu achten Zum Weltmännertag am 3. November weist das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf das Problem hin, dass Männer oftmals nicht genug auf sich selbst achten – mit Folgen für Gesundheit […]