Kombination zweier Medikamente könnte Nierenschäden bei septischem Schock verhindern

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Britische Forschende haben gemeinsam mit Forschenden aus China herausgefunden, dass die kombinierte Gabe von Dobutamin und Noradrenalin während einer Operation wegen eines septischen Schocks das Risiko einer akuten Nierenschädigung signifikant senken kann.

Der septische Schock ist weltweit mit einer Sterblichkeit von bis zu 50 Prozent verbunden. Ausgelöst wird er häufig durch eine überschießende Immunreaktion auf eine Infektion. Obwohl eine notfallmäßige Operation in der Regel darauf abzielt, den zugrunde liegenden Infektionsherd zu beseitigen, können die Entzündungsreaktion und das operative Trauma zusätzliche Nierenschäden verursachen.

Problematisch für die Nieren seien zudem blutdrucksteigernde Medikamente, die standardmäßig bei Operationen wegen eines septischen Schocks eingesetzt werden, erklärt Co-Korrespondenzautor Dr. Nazrul Islam von der University of Southampton (Großbritannien). Dadurch könne unbeabsichtigt die Durchblutung der Nieren beeinträchtigt werden.

Wie das Team aus Wissenschaftlern der University of Southampton und der Zhejiang University School of Medicine in China nun in der Fachzeitschrift „JAMA“ berichtet, könnte die kombinierte Gabe von Dobutamin und Noradrenalin das Risiko für eine akute Nierenschädigung senken.

Weniger Nierenschäden unter Dobutamin

Im Rahmen der Studie wurden 584 erwachsene Patienten analysiert, die in 39 chinesischen Krankenhäusern operiert wurden. Die Hälfte der Patienten erhielt zusätzlich zu Noradrenalin eine Infusion mit Dobutamin. Das Medikament steigert die Herzleistung und kann dadurch die Durchblutung verbessern. Die Vergleichsgruppe wurde ausschließlich mit Noradrenalin behandelt.

Die Ergebnisse zeigen, dass in der Gruppe mit kombinierter Medikamentengabe weniger als 25 Prozent der Patienten innerhalb einer Woche nach der Operation eine neu auftretende oder sich verschlechternde Nierenschädigung entwickelte. In der Gruppe, die ausschließlich die Standardtherapie mit Noradrenalin erhalten hatte, lag dieser Anteil dagegen bei rund 35 Prozent.

Allerdings trat unter der Kombination aus Dobutamin und Noradrenalin häufiger eine vorübergehende Tachykardie auf. Betroffen waren 41 Prozent der Patienten, verglichen mit etwa 30 Prozent in der Vergleichsgruppe. Ein Anstieg schwerwiegender Komplikationen, darunter Herzstillstand oder Herzrhythmusstörungen, wurde jedoch nicht festgestellt.

Vor allem schwere Nierenschäden verhindert

„Unsere Studie hat gezeigt, dass die zusätzliche Gabe dieser beiden Herz-Kreislauf-Medikamente während der Operation die Durchblutung verbessert. Zugleich senkt sie das Risiko schwerer Nierenschäden signifikant und eröffnet damit eine sicherere Möglichkeit, besonders gefährdete Patienten bei Hochrisikoeingriffen zu schützen“, so Islam.

Dr. Xiangming Fang von der Zhejiang University School of Medicine, ebenfalls Co-Korrespondenzautor der Studie, betont die Aktualität der Ergebnisse: „Die internationalen Leitlinien zur Behandlung von Sepsis und septischem Schock haben erst kürzlich darauf hingewiesen, dass die Datenlage für eine Empfehlung zum Einsatz von Dobutamin nicht ausreichend ist. Diese Einschätzung kann nun offenbar geändert werden“, so Fang.

„Entscheidend ist, dass die Therapie vor allem schwere Formen der Nierenschädigung wirksam verhindern konnte“, ergänzt Erstautor Dr. Lihua Chu. „Mittelschwere bis schwere Nierenschädigungen traten bei Patienten, die die kombinierte Medikation erhielten, etwa halb so häufig auf. Zudem produzierten die Patienten unmittelbar nach der Behandlung mehr Urin und zeigten während ihres ersten Tages auf der Intensivstation insgesamt mildere Anzeichen einer Organbelastung.“

(mkl/BIERMANN)

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