Asthma: Auch geringe Luftverschmutzung erhöht das Risiko24. September 2025 © memorystockphoto – stock.adobe.com (Symbolbild) Wie eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie belegt, erhöht auch eine langfristige Belastung schon mit niedrigen Konzentrationen von Luftschadstoffen das Asthmarisiko signifikant. Dies sei v. a. bei Personen mit entsprechend hohen polygenen Risiko-Scores (PRS) der Fall, erklären I-Chieh Chen vom Taichung Veterans General Hospital in Taichung und die übrigen Mitglieder der Autorengruppe. Deshalb sei bei diesen Menschen ein individueller Ansatz des Krankheitsmanagements besonders wichtig. Zwar hätten Untersuchungen in der Vergangenheit bereits die Schlussfolgerung zugelassen, dass es einen epidemiologischen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Asthma gibt, allerdings seien die Effekte von Luftschadstoffen und PRS auf das Asthmarisiko noch nicht vollständig geklärt, erklären die Forschenden. Sie griffen nun für ihre eigene Studie auf Daten der Taiwan Precision Medicine Initiative (TPMI) zu und verglichen Asthmapatienten mit einer Kontrollgruppe ohne die chronische Atemwegserkrankung. Dabei teilte die Arbeitsgruppe die Asthmapatienten anhand des bei ihnen ermittelten Asthma-PRS in Quartile ein. Die Schadstoffbelastung der Luft, der die Probanden ausgesetzt waren, wurde sowohl hinsichtlich der Expositionsdauer als auch der Konzentration gemessen. Die Wissenschaftler nahmen 9756 am Taichung Veterans General Hospital behandelte Personen in ihre Analyse auf: Bei 3252 handelte es sich um Asthmapatienten, 6504 stellten Kontrollpersonen dar. Personen im höchsten PRS-Quartil besaßen ein signifikant erhöhtes Asthmarisiko (OR 1,532; 95%-KI 1,333–1,762; p<0,0001). Eine langfristige Exposition gegenüber niedrigen Konzentrationen von Feinstaub (PM2,5 und PM10), Stickstoffdioxid, Ozon und Mangan erhöhte das Asthmarisiko zusätzlich. Dieser Zusammenhang war stärker ausgeprägt, wenn die Schadstoffwerte in der Luft höher ausfielen. Fazit Eine langfristige Belastung mit niedrigen Konzentrationen von Luftschadstoffen erhöht das Asthmarisiko signifikant, insbesondere bei Personen mit hoher genetischer Anfälligkeit. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines personalisierten Gesundheitsmanagements für Menschen mit erhöhtem polygenetischem Risikoscore. (ac) Autoren: Chen IC et al. Korrespondenz: Yu-Wen Chu; [email protected] Studie: Association between high polygenic risk scores and long-term exposure to air pollution in asthma development: a hospital-based case-control study Quelle: Environ Health 2025;24(1):49. Web: https://doi.org/10.1186/s12940-025-01206-2
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