ATS 2025: Ziliendysfunktion ist mit dem Schweregrad der Bronchopulmonalen Dysplasie assoziiert21. Mai 2025 Darstellung von Zilien und Mukus (KI-generiert). Abbildung: © 王二小/stock.adobe.com Bei Frühgeborenen besteht das Risiko für die Entwicklung einer Bronchopulmonalen Dysplasie (BPD), die mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergeht. In der Pathophysiologie dieser Erkrankung spielt offenbar die Ziliendynamik eine Rolle. In einer neuen Untersuchung waren bei Säuglingen mit schwerer BPD Anzeichen einer Ziliendysfunktion zu beobachten, die bei Kindern mit mittelschwerer Erkrankung nicht auftraten. Nach Angaben der Autoren ist die nun auf der diesjährigen internationalen Konferenz der American Thoracic Society (San Francisco/USA; 18.-21. Mai) vorgestellte Studie die erste, in der der Zusammenhang zwischen BPD und Zilien untersucht worden ist. „Die Ziliendynamik wurde bei BPD bisher noch nie wirklich erforscht, und wir haben festgestellt, dass sie einen erheblichen Einfluss auf die Pathophysiologie haben kann“, berichtete Erstautor Dr. Daniel A. Yassa, Kinderpneumologe an der University of Texas (UT) Health Houston (USA). Im Mittelpunkt existierender Therapien bei BPD stehen der Schutz des funktionellen Lungengewebes, das Atemwegsmanagement und die Behandlung vaskulärer Komplikationen. Der Einfluss der Zilienfunktion und die Fähigkeit der Zilien zum Mukustransport ist aber noch nicht vollständig verstanden. Eine gestörte mukoziliäre Clearance stehe bekanntermaßen mit wiederkehrenden Infektionen und fortschreitenden Lungenschäden in Zusammenhang, erinnerte Yassa. Analyse nasaler Proben mittels Hochgeschwindigkeits-Videomikroskopie Daniel Yassa (Quelle: ATS) Für die neue retrospektive Studie untersuchten die Forschenden mithilfe der Hochgeschwindigkeits-Videomikroskopie aus der Nase von neun Säuglingen mit BPD gewonnene Proben und analysierten vier Aufnahmen pro Patient. Das Team stellte bei Patienten mit schwerer BPD im Vergleich zu solchen mit nur mittelschwerer Erkrankung eine deutliche Verringerung des Winkels und der Amplitude der Zilienschläge fest. Laut Yassa liefern die Forschungsergebnisse aus dieser Studie neue Erkenntnisse zu den Mechanismen, die den Schweregrad einer BPD beeinflussen, und weisen auf eine mögliche Rolle der mukoziliären Clearance bei der Entstehung der Erkrankung hin. „Dies ermöglicht uns unter Umständen ein besseres Verständnis des Krankheitsverlaufs, der alle Aspekte der klinischen Versorgung beeinflussen kann“, erklärte der Wissenschaftler. „Die Ergebnisse könnten möglicherweise neue therapeutische Ansätze aufzeigen, zur Klassifizierung der BPD beitragen oder zu weiteren Fortschritten in der Behandlung führen.“ Und wie geht es nun weiter? „Zukünftige Forschungsarbeiten an größeren Kohorten und mit fortschrittlichen Bildgebungsverfahren sind nötig, um die Auswirkungen der Ziliendynamik und der physikalischen Eigenschaften auf die klinischen Outcomes bei BPD-Patienten weiter zu erkunden“, hält Yassa fest.
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