VA-ECMO bei Hochrisiko-Lungenembolie: Kein klarer Überlebensvorteil durch frühe mechanische Reperfusion1. Mai 2026 Symbolfoto der extrakoroporalen Membranoxygenierung (ECMO): ©Richman Photo/stock.adobe.com Frühe mechanische Reperfusion unter venoarterieller ECMO – entscheidender Vorteil oder überschätzte Strategie? Neue Daten zeigen keinen klaren Überlebensgewinn, deuten aber auf einen Nutzen in Subgruppen hin. Patienten mit Hochrisiko-Lungenembolie weisen trotz venoarterieller extrakorporaler Membranoxygenierung (VA-ECMO) eine hohe Sterblichkeit auf. Ob sich die Behandlungsergebnisse durch eine frühzeitige mechanische Reperfusionstherapie verbessern lassen, untersuchte eine Studiengruppe aus Frankreich in der retrospektiven internationalen Studie CATAPULTE. Ein solches Vorgehen war in der Studie jedoch nicht mit einer Verringerung der 90-Tage-Mortalität oder der ECMO-Dauer assoziiert. Retrospektiver Vergleich von Kombinationstherapie mit alleiniger ECMO Die Studie umfasste 492 erwachsene Patienten, die wegen einer hochriskanten Lungenembolie an 39 ECMO-Zentren (2014–2024) mit VA-ECMO behandelt wurden (Medianalter 53 Jahre). Von diesen hatten 69 Prozent einen Herzstillstand und 28 Prozent erhielten eine frühzeitige mechanische Reperfusion, definiert als kathetergestützte Therapie oder chirurgische Embolektomie innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der ECMO. Patienten, die innerhalb von zwölf Stunden verstarben oder eine verzögerte Reperfusion erhielten, wurden ausgeschlossen. Der primäre Endpunkt war die 90-Tage-Mortalität, die in Propensity-gematchten Gruppen (Kombinationstherapie versus alleinige ECMO) mit jeweils 137 Patienten bewertet wurde. Mortalität und ECMO-Dauer ähnlich Die 90-Tage-Mortalität betrug 32 Prozent bei früher mechanischer Reperfusion unter ECMO gegenüber 39 Prozent bei alleiniger ECMO (Hazard Ratio [HR] 0,68; 95%-KI 0,45–1,03; p=0,07). Insgesamt waren die ECMO-Dauer und die Entwöhnungsraten ähnlich, jedoch verbesserte die frühzeitige mechanische Reperfusion die ECMO-Entwöhnung bei Patienten ohne vorherige Thrombolyse (Subdistributions-HR 1,56; 95%-KI 1,03–2,36; p=0,04). Blutungen traten bei 50 Prozent der Patienten auf, ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Laut den Forschern könnten diese Ergebnisse für einen schrittweisen, individualisierten Ansatz sprechen, der eine anfängliche alleinige ECMO-Unterstützung bevorzugt, obwohl ein gewisser klinischer Nutzen einer frühzeitigen mechanischen Reperfusion bei ausgewählten Patienten nicht ausgeschlossen werden kann. (ah/BIERMANN)
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