Auf dem Weg zur personalisierten Versorgung: Horizon-Europe-Projekt I3LUNG ist gestartet14. Juli 2022 Die Mitglieder des Konsortiums I3LUNG bei der Auftaktveranstaltung: (Foto: © Politecnico di Milano) Fünf Jahre Laufzeit, zehn Millionen Euro Budget, 2200 beteiligte Patienten: Das sind die Zahlen des Projektes I3LUNG innerhalb des europäischen Rahmenprogrammes für Forschung und Innovation, Horizon Europe. Ziel ist die Implementierung einer personalisierten medizinischen Versorgung auf der Grundlage Künstlicher Intelligenz (KI) bei Lungenkrebspatienten. Die Fondazione IRCCS Istituto dei Tumori in Mailand (Italien) koordiniert das Konsortium aus 16 internationalen Partnern, darunter für Deutschland die LungenClinic Grosshansdorf und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das Projekt, dessen Teilnehmer sich zur Auftaktveranstaltung am 1. Juli im Istituto Nazionale dei Tumori trafen, zielt darauf ab, mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) ein hochmodernes Entscheidungsfindungsinstrument zu schaffen, das Ärzten und Patienten bei der Auswahl der besten Immuntherapie gegen Lungenkrebs hilft – individuell auf jeden Patienten zugeschnitten. „Wir suchen nach einem Biomarker, um mithilfe Künstlicher Intelligenz den besten Behandlungspfad zu finden“, erklärt Arsela Prelaj, Projektkoordinatorin und Onkologin am National Cancer Institute in Mailand und Doktorandin im Bereich Bioengineering am Politecnico di Milano. „Wir werden ein Entscheidungsfindungstool entwickeln, das gemeinsam mit dem Patienten genutzt wird”, sagt Prelaj, „mit dem Ziel, die Lebensqualität und das Überleben unserer Patienten zu verbessern.“ Der Direktor der Abteilung für Medizinische Onkologie und Hämatologie, Filippo de Braud, fügt hinzu: „Moderne Technologie ermöglicht es uns, viele Informationen zur Tumorbiologie zu erhalten, aber wir müssen geeignete Datenanalyse-Tools entwickeln, um sie alle gleichzeitig in ihrer Komplexität auswerten zu können und um das Gesamtbild zu verstehen”. Im Jahr 2021 war Lungenkrebs mit 370.000 Todesfällen allein in Europa die häufigste Krebstodesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen. Für das Projekt I3LUNG werden nun die klinischen Merkmale, Scans aus bildgebenden Verfahren und Tumorcharakteristika von 2200 Patienten in sechs klinischen Exzellenzzentren für die Behandlung von Lungenkrebs weltweit* gesammelt und die Tumore dieser Patienten nach dem State of the Art einer Genomanalyse unterzogen. Das Projekt wird KI, insbesondere Methoden des maschinellen Lernens und des Deep Learning, verwenden, um die große Menge an Informationen zu verarbeiten, die über diese Art von Tumor gesammelt werden. Eine zu entwickelnde europäische Plattform soll es Ärzten und Patienten ermöglichen, anhand dieser Informationen diejenige Behandlung auszuwählen, die den spezifischen Bedürfnissen des Betroffenen entspricht. Die Personalisierung der Behandlung sei in der Tat strategisch wichtig, um die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, heißt es in einer Mitteilung von I3LUNG. *Die folgenden 16 europäischen und internationalen Organisationen gehören zum I3LUNG-Konsortium: Italien: Fondazione IRCCS Istituto Nazionale dei Tumori, Politecnico di Milano, Istituto di Ricerche Farmacologiche Mario Negri, Istituto Europeo di Oncologia, ML Cube (alle Mailand) Deutschland: LungenClinic Grosshansdorf GmbH, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Spanien: Vall d’Hebron Institute of Oncology (Barcelona) Medica Scientia Innovation Research (Barcelona) Griechenland: Metropolitan Hospital (Piräus) Israel: Shaare Zedek Medical Center (Jerusalem) Belgien: Katholieke Universiteit Leuven Schweden: The Swedish Institute for Health Economics (Lund) USA: University of Chicago Dänemark: Aalborg Universitet Schweiz: Lung Cancer Europe (Bern)
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