Ausgezeichnet: Doktorarbeit zu molekularen Mechanismen von Vorhofflimmern7. Februar 2022 Funsho Emmanuel Fakuade vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie, UMG, und Mitglied des Hertha-Sponer-Colleges am MBExC im elektrophysiologischen Labor. Foto: ©MBExC Der Dissertationspreis 2020 des Universitätsbundes Göttingen e.V. geht an Dr. Funsho Fakuade für seine Doktorarbeit über molekulare Mechanismen des Vorhofflimmerns. Fakuade, Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Niels Voigt am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Hertha-Sponer-Colleges am Exzellenzcluster Mutiscale Bioimaging: von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen (MBExC), ist für seine Doktorarbeit vom Universitätsbund Göttingen e.V. mit dem Dissertationspreis 2020 ausgezeichnet worden. Fakuade befasste sich in seiner Arbeit „An integrative and translational assessment of altered atrial electrophysiology, calcium handling and contractility in patients with atrial fibrillation” mit den molekularen Mechanismen bei Vorhofflimmern im Herzen. Der von der AKB Stiftung geförderte und mit 5000 Euro dotierte Preis wird jährlich für eine oder zwei herausragende Dissertationen verliehen. Alle Fakultäten der Universität Göttingen können eine mit „summa cum laude“ bewertete Arbeit vorschlagen. Für das Jahr 2020 geht die Auszeichnung nach zehn Jahren erstmals wieder an die Medizinische Fakultät. In seiner Arbeit interessierte sich Fakuade insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen Vorhofflimmern in den ersten Tagen nach einer Herzoperation erstmalig auftrat. Neben Herzoperationen sind Herzschwäche, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und ein höheres Lebensalter die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Vorhofflimmern. Fakuade legte seinen Fokus auf die molekularen Mechanismen, die zur Entstehung der Arrhythmie beitragen. So konnte er durch Auswertung von Herz-Ultraschalldaten zeigen, dass Patientinnen und Patienten, die nach einer Herzoperation Vorhofflimmern entwickeln, bereits vor dem Eingriff eine eingeschränkte Pumpfunktion der Vorhöfe aufweisen. Im Labor beobachtete er dann isolierte Herzmuskelzellen dieser Patientinnen und Patienten. Dabei fiel ihm auf, dass die gestörte Kontraktion bereits auf zellulärer Ebene zu beobachten ist. Mit aufwändigen Messungen wies er nach, dass Veränderungen im Kalziumhaushalt innerhalb der Herzmuskelzellen Ursache dieser gestörten Kontraktion sind. Die Veränderungen im Kalziumhaushalt tragen allerdings nicht nur zur gestörten Kontraktion bei, sondern begünstigen auch die Entstehung von Vorhofflimmern nach Herzoperationen. „Die molekularen Mechanismen, die dem Auftreten von postoperativem Vorhofflimmern zugrunde liegen, unterscheiden sich deutlich von denen, die wir bei Patientinnen und Patienten mit langanhaltend persistierendem Vorhofflimmern beobachten. Diese Erkenntnisse werden dazu beitragen, Strategien zur spezifischen Prävention und Therapie von postoperativem Vorhofflimmern zu entwickeln“, sagt Fakuade.
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