Auszeichnung für „Komm mit in das gesunde Boot“3. November 2025 Prof. Susanne Kobel, Projektleiterin des Programms „Komm mit in das gesunde Boot“, freut sich über den 1. Preis des Springer Medizin Charity Awards. (Quelle: © Marc-Steffen Unger | Springer Medizin) Gesunde Ernährung, eine aktive Freizeitgestaltung mit mehr Bewegung und Achtsamkeit: Das will die Initiative „Komm mit in das gesunde Boot“. Das Ulmer Gesundheitsförderprogramm, das für Krippen, Kindergärten und Grundschulen entwickelt wurde, hat den 1. Preis des Springer Medizin Charity Awards erhalten. „Mit unserer Initiative ‚Komm mit in das gesunde Boot‘ wollen wir Kinder für Bewegung, Ernährung und Wohlbefinden begeistern“, erklärt Projektleiterin Prof. Susanne Kobel von der Universität Ulm. „Wir freuen uns sehr über diese großartige Auszeichnung. Der renommierte Preis wird unser Projekt noch bekannter machen!“, ergänzt die Preisträgerin. Mit dem Charity Award zeichnet der Wissenschaftsverlag Springer Medizin Stiftungen, Organisationen und Einrichtungen aus, die sich in besonderer Weise der Gesundheitsversorgung in Deutschland verpflichtet fühlen. Dotiert ist der 1. Preis mit 30 000 Euro und einem zusätzlichen Medienpaket im Wert von 50 000 Euro. Vorgestellt wurden die Preisträger-Initiativen von Prof. Monika Kellerer, der Jury-Präsidentin für den Charity Award. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken war mit einer Videobotschaft zugeschaltet. Den 2. Preis bekam die Initiative „First Aid For All“, den 3. Preis erhielt die Stiftung Lebensspur e.V. Projekt soll auf Bundesebene ausgeweitet werden Das Siegerprojekt, das „Gesunde Boot“, gehört zu den größten strukturierten Gesundheitsprogrammen in Europa und ist das größte in Deutschland. Es wurde 2007 gemeinsam von der Baden-Württemberg Stiftung und der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin des Uniklinikums Ulm ins Leben gerufen und von der Baden-Württemberg Stiftung bis September 2025 finanziert. Allein in diesem Bundesland haben mittlerweile mehr als 12.500 Lehr- und pädagogische Kräfte an rund 3500 Einrichtungen teilgenommen. Das Landesprogramm, das ursprünglich am Universitätsklinikum Ulm entwickelt wurde und vor Kurzem an die Universität Ulm übergegangen ist, soll auf Bundesebene ausgeweitet werden. Dafür sorgt nun die Techniker-Krankenkasse, die seit Oktober die Finanzierung übernommen hat. „Wir freuen uns auch sehr darüber, dass dieses erfolgreiche und nachweislich wirkungsvolle Programm nun langfristig und auf Bundesebene fortgeführt werden kann“, betont Kobel. Die promovierte Sportwissenschaftlerin, die sich an der Universität Ulm in der experimentellen Sportmedizin habilitierte, hat das Programm – das in der Sektion für Sport- und Rehabilitationsmedizin unter der Leitung von Prof. Jürgen Steinacker entwickelt und wissenschaftlich evaluiert wurde – seit Projektbeginn begleitet. Wirksamkeit des Programms ist belegt Das Projekt unterstützt pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte mit Weiterbildungen und einem umfangreichen Angebot an Lern- und Lehrmaterialien dabei, Kindern eine gesunde Lebensweise zu vermitteln. Das Besondere: Auch die Eltern werden ins Boot geholt, beispielsweise mit speziellen Broschüren, Themen-Elternabenden oder Familienhausaufgaben. Ursprünglich konzipiert wurde das Präventionsprogramm für Grundschulen, später wurde es stufenweise auf Kindergärten, Krippen und die Erwachsenengesundheit übertragen, letzteres mit dem Ziel, die Stressresilienz und Gesundheit auf Erzieher- und Lehrerseite zu verbessern. Das Programm wird regelmäßig wissenschaftlich evaluiert. So zeigen Wirksamkeitsuntersuchungen an Grundschulen und Kindergärten, dass das „Gesunde Boot“ nachweislich das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder verbessert und dass in den teilnehmenden Gruppen auch das Gewicht der Kinder weniger stark gestiegen ist. Das Erfolgsrezept liegt nicht zuletzt in der Alltagstauglichkeit der Maßnahmen, von denen viele spielerisch und motivierend sind. Die Mannschaft, die das „Gesunde Boot“, auf Kurs gebracht hat, ist interdisziplinär. Im Team arbeiten Wissenschaftler aus der Medizin, der Sportwissenschaft, der Pädagogik und Psychologie sowie den Gesundheitswissenschaften.
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