Axiale Spondyloarthritis: Aktualisierte Leitlinie hilft, Menschen mit Rheuma unter Rückenschmerzpatienten schneller zu erkennen13. September 2019 Ein typisches unspezifisches Symptom bei Axialer Spondyloarthritis ist die Morgensteifigkeit. (Foto: innervisionpro AdobeStock) Axiale Spondyloarthritis (SpA), oder Morbus Bechterew, bleibt aufgrund unspezifischer Symptome besonders in der frühen Form oft lange unerkannt. Die aktualisierte S3-Leitlinie „Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen“ soll nun dazu beitragen, den Zeitraum bis zur Diagnose weiter zu verkürzen. Ein schneller Therapiebeginn lindert die Symptome und zögert die Verknöcherung der Wirbelsäule so lange wie möglich hinaus. Chronische Rückenschmerzen werden bei SpA-Patienten häufig als unspezifische Kreuzschmerzen fehlgedeutet, es kommt dann weder zu einer klaren Diagnose noch zu einer effektiven Therapie. Im fortgeschrittenen Stadium führt die Erkrankung zu Knochenneubildungen an der Wirbelsäule und den Kreuz-Darmbein-Gelenken (Sakroiliakalgelenken), was erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen mit sich bringt, erklärten Experten auf dem Rheuma-Kongress in Dresden. Die im Jahr 2013 publizierte S3-Leitlinie habe dazu beigetragen, dass sich die Versorgungsqualität in Deutschland gebessert hat. Dies sei aus Daten der Kerndokumentation ersichtlich, die zeigen, dass betroffene Patienten inzwischen schneller ihre Diagnose erhalten. „Innerhalb von 20 Jahren ist der Anteil der Patienten, die innerhalb eins Jahres die SpA-Diagnose erhalten haben, von 30 auf 50 Prozent angestiegen“, erläutert Dr. Uta Kiltz, Oberärztin am Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, auf einer Pressekonferenz in Dresden. In ihrer frühen Form ist die SpA nur schwer von unspezifischem Kreuzschmerz zu unterscheiden – es gilt daher, potenziell gefährdete Patienten aus einer sehr großen Gruppe von Menschen mit Rückenleiden herauszufiltern. Betroffen sind typischer Weise junge Menschen zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr. Bildgebende Verfahren wie Röntgen und MRT sind für eine abschließende Diagnose unerlässlich – wenngleich sie nicht immer einfach zu interpretieren sind. „Die Aktualisierung der Leitlinie sieht daher vor, dass eine abschließende Diagnose immer rheumatologisch gesichert werden sollte“, so Kiltz. Erste Anzeichen, die unspezifischen Rückenschmerz von SpA unterscheiden, seien nächtliche Schmerzen, ein morgensteifer Rücken und die Beobachtung, dass die Schmerzen durch Bewegung und nicht etwa durch Ruhe nachlassen. Die weitere Behandlung der Patienten sollte dann in Absprache mit einem Rheumatologen erfolgen. Er kann die Therapie mit Ärzten anderer Fachrichtungen abstimmen, da SpA nicht selten beispielsweise mit Haut- oder Darmerkrankungen einhergeht. „Das Update der Leitlinie betont das interdisziplinäre Vorgehen bei Begleiterkrankungen und das Langzeit-Management des Morbus Bechterew“, ergänzte Prof. Martin Aringer, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Gerade, wenn viele Begleiterkrankungen vorliegen, sei es für die Behandlungsqualität entscheidend, dem Patienten eine zentrale Anlaufstelle zu bieten.
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