Postoperative Schmerzlinderung nach einer Kniegelenkersatzoperation

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Perineurales Dexamethason moduliert laut einer Studie aus Polen die Dauer und Qualität der Schmerzreduktion nach einer Kniegelenkersatzoperation.

Perineurales Dexamethason verlängert nicht nur die Dauer, sondern verbessert auch die Qualität der postoperativen Schmerzlinderung bei Patienten, die sich einer Knie­gelenkersatzoperation unterziehen. Diese positiven Effekte, die in einer polnischen klinischen Studie beobachtet wurden, beeinträchtigen zudem nicht die motorischen Funktionen.

Perineurales Dexamethason könnte demnach als Ergänzung zur iPACK-Blockade (Infiltration zwischen Kniekehlenarterie und Kniekapsel) und zur Adduktorenkanal-Blockade künftig ein Teil der Protokolle zur regionalen Analgesie bei Kniegelenkersatzoperationen werden und so zu einer besseren Genesung und einem deutlich geringeren Opioidverbrauch beitragen.

Methode

In der doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studie wurden 60 Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter, die unter Spinalanästhesie eine Kniegelenk-Totalendo­prothese erhielten, einer von zwei Gruppen zugewiesen. Die Kontrollgruppe erhielt eine iPACK- und Adduk­torenkanal-Blockade mit 0,2 Prozent Ropivacain allein, während die Dexamethason-Gruppe mit den­selben Blockaden unter Zugabe von perineuralem Dexamethason behandelt wurde. Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zur ersten Opioid-Rescue-Analgesie. Zu den sekundären Ergebnissen gehörten der Gesamtopioidverbrauch über 48 Stunden, postoperative Schmerzwerte zu definierten Zeitpunkten, die Quadrizeps-Muskelkraft sowie unerwünschte Wirkungen, einschließlich verschiedener neurologischer Komplikationen und Hyperglykämie.

Ergebnisse

Bei den Patienten, die Dexa­methason bekamen, war die Analgesiedauer signifikant länger (15,9 ± 1,2 vs. 8,8 ± 1,6 h). Auch der Gesamt­opioidverbrauch über 48 Stunden war geringer (1,2 ± 1,3 vs. 2,3 ± 1,4 mg Morphinäquivalente), und weniger Patienten benötigten Opioide (20 vs. 50 %). Ebenso waren die beobachteten Schmerzwerte acht und zwölf Stunden nach der Operation signifikant niedriger. Hinsichtlich der motorischen Funktion oder der Häufigkeit unerwünschter Ereignisse wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen beobachtet.

(BIERMANN/je)