Bakterien in Tätowier- und Permanent-Make-up-Tinten nachgewiesen8. Juli 2024 Foto: © mikhail_kayl – stock.adobe.com (Symbolbild) Kommerzielle Tätowier- und Permanent-Make-up-Tinten können mit anaeroben und aeroben Bakterien verunreinigt sein. Die Ergebnisse einer US-amerikanischen Untersuchung zeigen, dass die Tinten eine Quelle für menschliche Infektionen sein könnten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass ungeöffnete und versiegelte Tätowiertinten neben aeroben Bakterien auch anaerobe Bakterien beherbergen können, von denen bekannt ist, dass sie in sauerstoffarmen Umgebungen wie der Hautschicht gedeihen“, sagte der korrespondierende Autor Seong-Jae (Peter) Kim, ein Mikrobiologe am National Center for Toxicological Research, U.S. Food and Drug Administration, Jefferson, Ark. Dies deute darauf hin, dass kontaminierte Tätowiertinten eine Infektionsquelle für beide Bakterientypen sein könnten. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, diese Produkte sowohl auf aerobe als auch anaerobe Bakterien, einschließlich möglicherweise pathogener Mikroorganismen, zu überwachen. Über ein Drittel der Tinten sind kontaminiert Das Hauptziel der neuen Studie bestand darin, die Prävalenz von aeroben und anaeroben mikrobiellen Verunreinigungen in den auf dem US-Markt erhältlichen Tätowiertinten zu bewerten. Um aerobe Bakterien nachzuweisen, mischten die Forschenden 1 bis 2 Gramm Tätowiertintenlösung mit geeigneten Medien und bebrüteten sie in einem Standardinkubator. Um anaerobe Bakterien nachzuweisen, mischten sie die Tintenlösung mit geeigneten Medien und bebrüteten sie in einer anaeroben Kammer. Diese Kammer wird durch ständiges Spülen mit einer Mischung aus Gasen wie Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserstoff sauerstofffrei gehalten. Die Forschenden führten dieses Verfahren bei insgesamt 75 Tätowiertinten von 14 verschiedenen Herstellern durch. Dabei stellten sie fest, dass etwa 35 Prozent der in den USA verkauften Tätowier- oder Permanent-Make-up-Tinten mit Bakterien kontaminiert waren. „Beide Arten von Bakterien, die sauerstoffbedürftigen, aeroben, und die nicht sauerstoffbedürftigen, anaeroben, können die Tinten kontaminieren“, so Kim. „Es gab keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem Produktetikett, auf dem Sterilität behauptet wird, und der tatsächlichen Abwesenheit von bakterieller Kontamination.“ Kontinuierliche Überwachung der Produkte erforderlich „Die steigende Beliebtheit des Tätowierens in den letzten Jahren ging mit einer Zunahme von Komplikationen oder Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Tätowierungen einher“, sagte Kim. „Es sollte beachtet werden, dass mikrobielle Infektionen nur ein Aspekt dieser Komplikationen sind. Neben mikrobiellen Infektionen machen immunologische Komplikationen wie Entzündungsreaktionen und allergische Überempfindlichkeiten sowie toxische Reaktionen einen erheblichen Teil dieser Probleme aus. Angesichts unserer Studienergebnisse möchten wir betonen, wie wichtig es ist, diese Produkte kontinuierlich zu überwachen, um die mikrobielle Sicherheit von Tätowiertinten zu gewährleisten.“ Kim und seine Kollegen werden ihre Forschung in zwei Hauptrichtungen vorantreiben. Sie werden effizientere mikrobielle Nachweismethoden für Tätowiertinten entwickeln, um den Prozess schneller, genauer und weniger arbeitsintensiv zu machen. Außerdem werden sie systematische Untersuchungen durchführen, um das Verständnis der mikrobiellen Kontamination von Tätowier- und Permanent-Make-up-Tinten zu vertiefen. Dazu gehört die Untersuchung des Auftretens, des gemeinsamen Auftretens und der Vielfalt mikrobieller Verunreinigungen, was für die Verhinderung von Verunreinigungen in diesen Produkten unerlässlich ist.
Mehr erfahren zu: "Selfie verrät biologisches Alter und Krebsüberleben" Selfie verrät biologisches Alter und Krebsüberleben KI-gestützte Gesichtserkennungstools können Ärzten helfen, das biologische Alter und das Sterberisiko bei Krebs einzuschätzen und so eine personalisierte Behandlung zu ermöglichen.
Mehr erfahren zu: "Hautfibrose: RUNX1 als möglicher Angriffspunkt" Hautfibrose: RUNX1 als möglicher Angriffspunkt Ein Forschungsteam aus China hat untersucht, wie RUNX1 pathogene Fibroblasten bei Hautfibrose unterstützt. Die Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für Behandlungsstrategien gegen RUNX1 und Periostin.
Mehr erfahren zu: "Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“" Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“ Für die gesetzlichen Krankenkassen sind bessere Bedingungen für Versicherte bei der Terminvergabe „überfällig“. In der schwarz-roten Koalition werden Rufe nach Änderungen dringlicher. Kommt das duale System von gesetzlicher und privater […]