Barfußlaufen fördert gesunde Kinderfüße23. Juli 2026 Bild: Halfpoint – stock.adobe.com Die DGOU plädiert dafür, Kinder auf geeigneten Flächen möglichst barfuß laufen zu lassen, da dies die Ausbildung des Fußgewölbes unterstützt. Zudem weist die Fachgesellschaft auf Unterschiede zwischen dem flexiblen und starren kindlichen Knick-Senkfuß hin. „Fast alle Kleinkinder starten mit eher flachen Füßen, das ist völlig normal. Erst durch Bewegung und unterschiedliche Reize bildet sich das Fußgewölbe nach und nach aus. Barfußlaufen auf wechselnden Untergründen aktiviert die Muskulatur und unterstützt diese Entwicklung“, sagt Dr. Jörn Dohle, stellvertretender Präsident der DGOU. Gerade im Sommer sollten Schuhe nur getragen werden, wenn nötig und dann weich, flexibel und mit ausreichendem Platz für den Fuß sein. Was den kindlichen Knick‑Senkfuß ausmacht Fast alle Kleinkinder haben nach Angaben der DGOU zunächst ein abgeflachtes Fußgewölbe, den kindlichen Knick-Senkfuß. Medizinisch beschreibt er eine dreidimensionale Veränderung des Fußes, die in den ersten Lebensjahren zur normalen Entwicklung gehört. Die Ferse kippt leicht nach innen, der Fuß wirkt flach, weil das Längsgewölbe noch nicht vollständig ausgebildet ist. Die S2k-Leitlinie „Kindlicher Knick-Senkfuß” der DGOU zeigt: Nur ein kleiner Teil der Kinder entwickelt Beschwerden, Schmerzen treten bei weniger als zwei Prozent auf. „Dabei spielen auch Risikofaktoren eine Rolle: Übergewicht kann die Entwicklung eines Knick-Senkfußes begünstigen, der sich nicht von selbst reguliert. Auch muskuläre Schwächen oder bestimmte Grunderkrankungen können Einfluss nehmen“, sagt Prof. Anna-Kathrin Hell, federführende Autorin und Koordinatorin der Leitlinie. Treten Schmerzen auf, wirkt der Fuß steif oder läuft das Kind ungern sollte dies orthopädisch-unfallchirurgisch abgeklärt werden. Wie sich der Fuß in den ersten Lebensjahren entwickelt In den ersten Lebensjahren sind die Strukturen im Fuß noch weich und flexibel. Muskeln, Sehnen und Bänder entwickeln sich erst nach und nach. Das ermöglicht dem Fuß, sich anzupassen und seine endgültige Form auszubilden. Er reagiert auf Reize und Belastungen und gewinnt so Schritt für Schritt an Stabilität, erläutert die Fachgesellschaft. „Erst im Laufe der Kindheit und im Jugendalter bildet sich das Fußgewölbe vollständig aus. Es übernimmt später eine zentrale Funktion: Es wirkt wie ein Stoßdämpfer, verteilt das Körpergewicht gleichmäßig und sorgt für Stabilität und Balance beim Gehen und Laufen“, sagt Prof. Stefan Rammelt, Vorsitzender der DGOU-Sektion Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk (DAF). Warum Barfußlaufen im Sommer hilft Gerade die Sommermonate bieten ideale Bedingungen, um die natürliche Entwicklung der Füße zu unterstützen, so die Experten. Barfußlaufen in abwechslungsreicher Umgebung setze gezielte Reize und stärke die Muskulatur. Kinder sollten jedoch nur dort barfuß laufen, wo keine Verletzungsgefahr durch Scherben, spitze Gegenstände oder stark erhitzte Oberflächen besteht. Flexible versus starre Formen – die entscheidende Unterscheidung Entscheidend bleibt den Fußexperten zufolge die Unterscheidung zwischen dem häufigen, flexiblen Knick-Senkfuß und einer seltenen, starren Form, die auf strukturelle oder neurologische Ursachen hinweisen kann und ärztlich abgeklärt werden sollte. In den allermeisten Fällen gelte jedoch: Es ist keine Therapie notwendig. Einlagen oder spezielle Maßnahmen seien nur bei Beschwerden sinnvoll. Für die große Mehrheit der Kinder sei der Knick-Senkfuß ein vorübergehendes Entwicklungsphänomen. Quelle: DGOU Referenzen: Leitlinie der DGOU: Kindlicher Knick-Senkfuß: Version 4.0 (gültig bis 01.06.2027) im AWMF-Leitlinienregister
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