Beatmung bei COVID-19: Förderung von Nachwuchsforschern in Göttingen28. Mai 2020 Erläutert die Beatmungstechnik auf der UMG-Intensivstation (v.r.): Prof. Konrad Meissner (Klinik für Anästhesiologie, UMG) mit Dr. Joachim Kreuzburg (Vorstandsvorsitzender Sartorius) und Prof. Wolfgang Brück (Sprecher des UMG-Vorstandes). (Foto: © Sartorius/Bühl) Bisherige Konzepte und Therapieempfehlungen bei akutem Lungenversagen sind nicht direkt auf die COVID-19-Erkrankung übertragbar, berichten Forscher von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Das akute Lungenversagen und die Beatmungsmedizin sind seit mehr als 20 Jahren ein maßgeblicher Forschungsschwerpunkt der Klinik für Anästhesiologie der UMG. Die hier vorhandene Expertise ist deshalb im Rahmen der aktuellen Pandemie weltweit gefragt. Da es zu der SARS-COV-2-vermittelten Erkrankung bisher nur wenige systematische Daten gibt, arbeiten Wissenschaftler und Kliniker an der UMG mit Hochdruck an Studien im Bereich der Diagnostik und Therapie des akuten Lungenversagens bei COVID 19. Hier setzt die Nachwuchsforschergruppe „Akutes Lungenversagen“ an, die sich methodisch auf etablierte Strukturen und erfahrene Mentoren stützen kann. „Bisherige Konzepte und Therapieempfehlungen des akuten Lungenversagens sind nicht ohne weiteres auf die COVID-19-Erkrankung übertragbar. Diese Forschung ist somit essenziell, um geeignete Diagnostik- und Therapieempfehlungen für schwer kranke CO-VID-19-Patienten geben zu können“, sagt Prof. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen. „Wir wollen in den nächsten drei Jahren das erforderliche Fundament einer Nachwuchsforschergruppe aufbauen. Das Forschungsvorhaben an der Klinik für Anästhesiologie verfolgt dabei das Ziel, auf Basis einer international vernetzten Grundlagen- und translationalen Forschung eine führende Rolle bei der Durchführung multizentrischer klinischer Studien zu etablieren”, sagt Prof. Konrad Meissner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der UMG. Zur weiteren Erforschung der Lungenkrankheit COVID-19 unterstützt Sartorius die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit 500.000 Euro. In den kommenden drei Jahren setzt die Klinik für Anästhesiologie der UMG die Fördermittel ein, um unter anderem die Entstehung und das Fortschreiten der SARS-COV2-vermittelten Lungenerkrankung und den Einfluss bestimmter Beatmungstherapien von COVID-19-Patienten zu untersuchen. Ziel ist es, dazu eine Nachwuchsforschergruppe „Akutes Lungenversagen“ aufzubauen. „Die aktuelle Corona-Pandemie und vergleichbare Epidemien zeigen, wie wichtig die richtige Therapie schwerer Lungenerkrankungen ist. Die praxisorientierte klinische Forschung der hochkarätigen Nachwuchsgruppe kann wichtige Fortschritte liefern und einen exzellenten Schwerpunkt der UMG weiter stärken“ sagt der Sartorius-Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg. Vor dem Hintergrund der Pandemie hatte der Vorstand der Sartorius AG angekündigt, Menschen und Institutionen zu unterstützen, die durch die Pandemiekrise besonders hart getroffen sind oder eine wichtige Rolle bei ihrer Bewältigung spielen. „Die Fördermittel von Sartorius erlauben es uns, neben der reinen Projektförderung exzellente Nachwuchswissenschaftler weiterzuentwickeln und ihnen eine spätere Antragstellung in Programmen, wie zum Beispiel dem Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft, zu ermöglichen und damit langfristige Forschungsperspektiven an der Universitätsmedizin Göttingen zu gestalten”, ergänzt Meissner.
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