Erhöhter Behandlungsbedarf bei Pneumonie: Einfacher Blutwert gibt Hinweise12. August 2026 Abbildung/KI-generiert: Anjana444/stock.adobe.com Marburger Forschende haben einen Weg gefunden, um früher vorhersagen zu können, welche Patienten mit Pneumonie ein höheres Risiko für eine Behandlung auf der Intensivstation haben oder länger im Krankenhaus bleiben werden. Das Forschungsteam um Dr. Barbara Weckler und Prof. Bernd Schmeck vom Institut für Lungenforschung der Philipps-Universität hat einen bereits routinemäßig bestimmten Blutwert identifiziert, der dabei helfen könnte: Eosinophile. Die Marburger Studie zeigt: Die Zahl dieser Zellen ist ein entscheidender Wegweiser für den Krankheitsverlauf. Die Mediziner vom Institut für Lungenforschung der Philipps-Universität Marburg untersuchten gemeinsam mit weiteren Teams der Universitätsmedizin Marburg sowie des Deutschen Zentrums für Lungenforschung die Bedeutung der Eosinophilenzahl im Blut von Patienten mit ambulant erworbener Lungenentzündung. Auswertung von CAPNETZ-Daten Barbara Weckler und Bernd Schmeck. (Quelle: Barbara Weckler, Copyright: Barbara Weckler) Für die Studie werteten die Forschenden die Daten von 2880 Patienten (Aler 56–78 Jahre) aus, die im Rahmen des CAPNETZ-Netzwerks in deutschen Universitätskliniken behandelt wurden. Für die Analyse des Zusammenhangs zwischen Eosinophilenzahl und Behandlungsbedarf standen vollständige Datensätze von 1673 Personen zur Verfügung. Mithilfe statistischer Modelle untersuchten die Forschenden den Zusammenhang zwischen der Eosinophilenzahl bei Krankenhausaufnahme und dem Bedarf an intensivmedizinischer Behandlung, künstlicher Beatmung sowie der Dauer des Krankenhausaufenthalts. Die Auswertung ergab: Patienten mit höchstens zehn Eosinophilen/Mikroliter Blut mussten deutlich häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden als solche mit höheren Werten (14,2% vs. 8,5%). Sie benötigten zudem öfter eine künstliche Beatmung und blieben im Durchschnitt länger im Krankenhaus (10,2 vs. 9,0 Tage). Routinewert ermöglicht Abschätzung des Ressourcenbedarfs „Da dieser Wert bei jedem Patienten, der mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus kommt, im Rahmen des Standard-Blutbildes sowieso gemessen wird, liegt die Information bereits vor“, erklärt Weckler und ergänzt: „Die Eosinophilenzahl im Blut kann ohne zusätzlichen Aufwand helfen, bereits bei der Aufnahme abzuschätzen, welche Patient*innen voraussichtlich einen höheren Behandlungsbedarf im Krankenhaus haben. Nun könnten Überwachung und Therapie von Patient*innen sowie der Einsatz von Krankenhausressourcen frühzeitig gezielter geplant werden.“ Nach Ansicht der Forschenden könnte die Eosinophilenzahl bestehende klinische Bewertungssysteme sinnvoll ergänzen. In weiteren Studien soll nun geprüft werden, wie sich der Marker in klinische Entscheidungsprozesse integrieren lässt und welche biologischen Mechanismen dem Zusammenhang zugrunde liegen. Mehr zur stationären Behandlung bei ambulant erworbener Pneumonie: Schwere Pneumonie: Früher Wechsel auf orale Antibiotika ist sicher
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