Bechterew-Selbsthilfe in der Corona-Krise5. Januar 2022 Online-Bewegungsprogramme sind wichtig für MB-Betroffene jeden Alters in der Corona-Krise. (Foto: ulza – stock.adobe.com) Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. (DVMB) berichtet von einem erschwerten Start ins neue Jahr für Morbus-Bechterew-Erkrankte. Ihr fehle es an Hilfestellung zur digitalen Transformation für virtuelle Bewegungsprogramme. „Morbus-Bechterew-Betroffene benötigen Bewegung und Begegnung”, konstatiert die Vereinigung. 400 Ortsgruppen mit ehrenamtlichen Gruppenleitern und Gruppenleiterinnen seien seit zwei Jahren bemüht die Bewegungs- und Begegnungsangebote für Morbus-Bechterew-Betroffene zu erhalten. “Geschlossene Schwimmbäder und Turnhallen, immer wieder neuen Kontaktbeschränkungen und die Angst vor Ansteckung erschweren jedoch die Bedingungen enorm. Gruppenschließungen und Mitgliederkündigungen sind die Folge”, so der Selbsthilfeverein. Daher benötige die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew dringend Hilfestellung bei der digitalen Transformation, um Bewegung und Begegnung virtuell anzubieten. Virtuelle Angebote könnten einen Ausgleich schaffen, seien jedoch noch nicht flächedeckend umsetzbar, betont die Vereinigung. Es gelte daher gute Beispiele zu multiplizieren. So setze etwa die Gruppe Ludwigshafen, die sich vor Corona einmal die Woche zur Trockengymnastik und einmal zur Wassergymnastik getroffen hat, aktuell Bewegung digital um. „Wir wissen, wie wichtig Bewegung für die Morbus-Bechterew-Erkrankten ist. Daher bin ich dankbar, dass wir mit unserem Physiotherapeuten Jimmy ein digitales Angebot geschaffen haben. Es war eine Umstellung und es ersetzt nicht die persönliche Begegnung, aber es ist eine bessere Alternative als Nichts“, sagt Gruppensprecher Ernst Kuppinger. Aktuell triffe sich die Gruppe Ludwigshafen montags und donnerstags abends für ca. 50 bis 60 Minuten im virtuellen Raum. Jeder turne in seinem heimischen Wohnzimmer. „Es gilt die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew bundesweit digital zu transformieren. Dies ist jedoch bei ca. 400 Gruppen nur mit Bereitstellung von digitalen Endgeräten, einer umfangreichen Wissensvermittlung, sowie der Gewinnung von Ehrenamtlichen zur Gründung von digitalen Gruppen möglich. Wir wollen koordiniert helfen und das geht nicht rein ehrenamtlich und ohne finanzielle Unterstützung“, so der Vorsitzende Peter Hippe. „Bereits vor der Bundestagswahl hat die DVMB in ihren Kernforderungen an eine neue Bundesregierung daher deutlich gemacht, dass die digitale Transformation der Selbsthilfe dringend Unterstützungsbedarf durch die Politik benötigt. Nun wiederholt sie diese Forderungen um Gehör zu finden und entsprechende Finanzmittel bereitgestellt zu bekommen”, so die DVMB weiter. Die Forderungen finden Sie hier.
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