Bedarfsplanung der kinderärztlichen Versorgung soll auf den Prüfstand16. Januar 2024 Bayerns Ministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach. (Foto: Anne Hufnagl/Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention) Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will die bundesweiten Kriterien für die kinderärztliche Bedarfsplanung auf den Prüfstand stellen und mit einer neuen Studie Verbesserungsvorschläge entwickeln. Dazu startet am 1. Februar eine mehrdimensionale Mixed-Methods-Analyse der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. „Ziel der Studie ist es zu prüfen, ob die Bedarfsplanung für kinderärztliche Versorgung den Anforderungen der Familien entspricht. Das heißt: Haben die Familien ausreichend Zugang zu Kinderärzten und wenn nein, woran liegt das? Die Studie soll alle Arten der Erreichbarkeit von Kinderärzten untersuchen, denn hier sehen wir in der bundesweiten Bedarfsplanung, die diese verschiedenen Erreichbarkeiten nicht berücksichtigt, eine Schwachstelle. Bei der mehrdimensionalen Erreichbarkeit geht es um Verfügbarkeit und räumliche Erreichbarkeit, aber auch um Akzeptanz, Mobilität und Informiertheit“, erklärte Gerlach. „Diese mehrdimensionale Sichtweise umfasst somit soziale, finanzielle, persönliche und geografische Faktoren. Von der Studie erhoffen wir uns Erkenntnisse für die Beurteilung der kinderärztlichen Versorgungslage sowie idealerweise die Entwicklung neuer und praktisch anwendbarer Kriterien, die in die Diskussion zur Reform der Bedarfsplanung eingeführt werden können“, erklärte das bayerische Gesundheitsministerium. Es fördert das Forschungsvorhaben „Zugang zu kinderärztlicher Versorgung in Bayern (ZukiBa) – eine mehrdimensionale Mixed-Methods-Analyse“ mit rund 20.000 Euro. Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, betonte: „Die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden kinder- und jugendärztlichen Versorgung ist von enormer gesellschaftlicher Tragweite, insofern begrüßen wir den mehrdimensionalen Ansatz des geplanten Forschungsvorhabens. Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, braucht es ein sektorenübergreifendes Denken: Ausscheiden der Babyboomer, überbordende Bürokratie und permanente Verfügbarkeit erschweren die Nachfolgesuche in vielen Praxen.“ Die ambulante kinderärztliche Versorgung stehe zunehmend unter Druck, warnte Gerlach. Ein zentraler Grund für die angespannte Versorgungslage seien die nicht mehr passenden Vorgaben zur Bedarfsplanung auf Bundesebene. Aufgrund der Versorgungslage seien Familien zunehmend bei der Wahl von Leistungserbringern eingeschränkt und könnten nicht immer den Kinderarzt ihrer Wahl aufsuchen. „Vornehmlich in ländlichen Räumen, in denen nur wenige Kinderärztinnen und -ärzte praktizieren, sind daraus resultierende lange Fahrt- und Wartezeiten eine steigende Belastung für Familien“, erklärte Gerlach.
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