Beeinflusst die pränatale Triptan-Exposition die neurologische Entwicklung des Kindes?

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In einer aktuellen Studie aus Norwegen konnte gezeigt werden, dass eine pränatale Triptan-Exposition das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern bis zum Jugendalter nicht wesentlich erhöht.

Die langfristige reproduktive Sicherheit von Migränemedikamenten ist nach wie vor ungeklärt. In einer aktuellen Studie wurden daher der Einfluss der Intensität und Dauer einer pränatalen Exposition gegenüber Triptanen, allein und in Kombination mit anderen präventiven Migränemedikamenten, auf neurologische Entwicklungsstörungen (NND) bei Kindern untersucht.

Studie mit mehr als 26.000 Frauen

Die landesweite Gesundheits­registerstudie in Norwegen umfasste Schwangerschaften von Frauen mit Migräne vor der Schwangerschaft. Die Entwicklung ihrer Kinder bis zum Alter von 14 Jahren wurde nachverfolgt. Zu den analysierten NND bei den Kindern zählten Autismus-Spektrum- und Verhaltens­störungen, Entwicklungskoordi­nations- und Sprachstörungen, Lern- und geistige Behinderungen sowie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperakti­vitätsstörungen (ADHS).

An der Studie nahmen insgesamt 26.210 Frauen mit Migräne teil. Von diesen waren im Jahr vor der Schwangerschaft 4929 medikamentenfrei bzw. 21.281 medikamentös mit Triptanen behandelt worden. In der letztgenannten Kohorte konnten 4 Verläufe unterschieden werden: 1. Absetzen vor der Schwangerschaft bzw. geringe Einnahme (41,5 bzw. 47,0 %), 2. frühes Absetzen bzw. kurzfristige geringe Einnahme (31,3 bzw. 28,8 %), 3. spätes Absetzer bzw. mäßige Einnahme (21,3 bzw. 9,1 %) sowie 4. spätes Absetzen bzw. hohe Einnahme (5,9 bzw. 15,2 %).

Größtenteils kein neurologisches Risiko

Insgesamt wiesen 1140 Kinder (4,3 %) eine NND auf (mittleres Follow-up: 8 Jahre). Kinder von Frauen, die Triptane einnahmen, hatten ein leicht erhöhtes Risiko für NND vs. Kinder von Frauen, die keine Triptane einnahmen (gewichtete HR [wHR] 1,05–1,16). Diese Risiken verringerten sich auf Null, wenn Frauen als Vergleich herangezogen wurden, die Triptane vor der Schwangerschaft abgesetzt oder in nur geringen Mengen eingenommen hatten (wHR 0,94–1,01).

In den Gruppen mit einem späten Absetzten der Triptane konnte ein leicht erhöhtes Risiko mit einem geringen Unterschied für Autismus-Spektrum-Störungen beobachtet werden (wHR 1,24; 95 %-KI 0,78–1,97 bzw. wHR 1,30; 95 %-KI 0,66–2,56).

(je/BIERMANN)