Behandlung der pädiatrischen Adipositas: Metformin und Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten erzielen gute Ergebnisse

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Metformin und Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP1RA) führen bei Jugendlichen mit Adipositas zu erheblichen Verbesserungen der kardiometabolischen und anthropometrischen Outcomes und gehen nur mit leichten bis mäßigen Nebenwirkungen einher. Zu diesem Schluss kommt das ­Steering-Komitee für das kanadische Leit­linien-Update zur Behandlung der pädiatrischen Adipositas.

Für dieses hatte das Team um Letzt­­autorin Katherine M. Morrison von der McMaster University in Hamilton, Kanada, 35 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit <18-Jährigen zu pharmakotherapeutischen Wirkstoffen ausgewertet, die bis November 2022 veröffentlicht worden waren. Untersucht wurden Daten zu patientenberichteten Outcomes (PROMs), kardiometabolischen Risiko­faktoren, Anthropometrie und unerwünschten Ereignissen (AEs).

Die meisten der eingeschlossenen RCTs untersuchten Metformin (n=26), bei sieben waren GLP1RA Gegenstand der Untersuchung und zwei beurteilten einen Lipasehemmer (Orlistat). Die Dauer der Intervention variierte und erstreckte sich von drei bis 24 Monate.

Metformin hatte einen geringen bis keinen Nutzen in Bezug auf PROMs (z. B. gesundheitsbezogene Lebensqualität [HRQoL]; 6 RCTs) und führte zu einer mäßigen Senkung der Triglyceride, einem mäßigen Rückgang der Insulinresistenz, einem geringen bis mäßigen Rückgang des BMI-z-Scores (BMIz) und einer mäßigen Zunahme leichter bis mäßiger gastro­intestinaler Nebenwirkungen.

Das Ansprechen auf GLP1RA war heterogen – auch in Subguppen­analysen. So führte Liraglutid (2 RCTs) zu einer geringfügigen Verringerung der Insulinresistenz (HOMA-IR) und des BMIz, hatte aber nur einen geringen bis gar keinen Nutzen bei anderen Endpunkten. Exenatid (4 RCTs) führte zu einer mäßigen Senkung des Blutdrucks und einer geringen Verringerung des BMIz bei geringem bis gar keinem Nutzen bei anderen Endpunkten. Semaglutid (1 RCT) hatte einen geringen Nutzen in Bezug auf die HRQoL und bewirkte eine geringe Senkung des systo­lischen Blutdrucks, eine mäßige Senkung des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins, eine starke Senkung der Triglyzeride und einen sehr starken Rückgang des BMIz, begleitet von einer geringen Zunahme leichter bis mittelschwerer gastrointestinaler AEs.

Orlistat führte zu einer mäßigen Senkung des diastolischen Blutdrucks, hatte aber bei anderen erhobenen Parametern wenig bis keinen Nutzen, dafür aber ein sehr stark erhöhtes Risiko für leichte bis mittelschwere gastrointestinale AEs.

Schwerwiegende AEs waren insgesamt selten und wurden bei den Interventionen, für die ausreichend AE-Berichte vorlagen, als wahrscheinlich nicht auf die Interventionen zurückzuführen angesehen. (ej)