Behandlung Hepatitis-ähnlicher Leberschäden nach COVID-19-Impfung

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Nach Impfungen gegen das SARS-CoV-2-Virus wurde in einigen Fallberichten über autoimmune Hepatitis­ähnliche Leberschäden berichtet. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat daher nun in einer großen Fallserie die klinischen Merkmale, das Ansprechen auf eine Behandlung und die Ergebnisse der Leberschädigung nach SARS-CoV-2-Impfungen eingehend untersucht.

Dazu wurden Daten von Patienten in insgesamt 18 Ländern gesammelt. Die Art der Leberschädigung bestimmten die Forschenden anhand des R(Reproduktion)-Wertes. Die Studienpopulation wurde nach den Merkmalen einer immunvermittelten Hepatitis (positive Autoantikörper und erhöhte Immunglobulin­[Ig]-G­Werte) und nach spezifischer Corticosteroidtherapie für die Leberschädigung kategorisiert.

Die Forschenden identifizierten 87 Patienten (63% weiblich; Durchschnittsalter 48 [Spanne: 18–79] Jahre). Die Leberschädigung wurde im Median 15 (Spanne 3–65) Tage nach der Impfung diagnostiziert. Bei 51 Fällen (59%) wurde der Impfstoff von Pfizer-BioNTech (BNT162b2) verwendet, bei 20 (23%) Fällen der Impfstoff von Oxford-AstraZeneca (ChAdOX1 nCoV-19) und bei 16 (18%) Fällen der Impfstoff von Moderna (mRNA-1273).

Die Leberschäden waren überwiegend hepatozellulär (84%), und 57% der Patienten wiesen Merkmale einer immunvermittelten Hepatitis auf. Corticosteroide wurden insgesamt 46 (53%) Patienten verabreicht und dabei deutlich häufiger bei Leberschäden der Grade 3–4 als bei Leberschäden der Grade 1–2 (88,9 vs. 43,5%; p=0,001), ebenso wesentlich häufiger bei Patienten mit versus ohne immunvermittelte Hepatitis (71,1 vs. 38,2%; p=0,003).

Bei allen Patienten bildete sich die Leberschädigung zurück, außer bei einem Mann (1,1%), der ein Leberversagen entwickelte und sich einer Lebertransplantation unterziehen musste. Bei 12 (26%) Patienten wurde die Steroidtherapie während des Follow-ups nach vollständiger biochemischer Besserung abgesetzt. Keiner der Patienten erlitt während der Nachbeobachtung einen Rückfall.

Fazit
Diese Studie konnte zeigen, dass SARS-CoV-2-Impfungen mit einer Leberschädigung einhergehen können. Eine Corticosteroidtherapie kann gerade bei solchen Patienten mit immunvermittelten Merkmalen oder einer schweren Hepatitis sehr wirkungsvoll sein. Das Outcome ist bis auf wenige Ausnahmen im Allgemeinen günstig. (je)

Autoren: Efe C et al.
Korrespondenz: Cumali Efe; [email protected]
Studie: Liver injury after SARS-CoV-2 vaccination: Features of immune-mediated hepatitis, role of corticosteroid therapy and outcome
Quelle: Hepatology 2022;76(6):1576–1586.
Web: https://doi.org/10.1002/hep.32572