Behandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs: US-Studie berichtet über endgültige klinische Studiendaten

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Eine Zweierkombination zur Behandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs zeigte in einer mehr als fünfjährigen Nachbeobachtung einen anhaltenden und dauerhaften klinischen Nutzen, berichtet das Vanderbilt University Medical Center, USA.

Die Studie berichtet über die finalen klinischen Daten und Biomarker-Analysen der Phase-III-Studie KEYNOTE-426, in der die Medikamentenkombination Pembrolizumab plus Axitinib mit der Monotherapie Sunitinib bei Patienten mit bisher unbehandeltem fortgeschrittenem klarzelligem Nierenzellkarzinom, der häufigsten Form von Nierenkrebs, verglichen wurde. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlicht.

„KEYNOTE-426 war die erste Studie, die eine PD-1-Inhibitor-Immuntherapie (Pembrolizumab) mit einem Angiogenesehemmer, der als VEGF-Rezeptor-Inhibitor wirkt (Axitinib), in der Erstlinientherapie bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom kombinierte. Sie weist daher die längste Nachbeobachtungszeit aller Studien auf, die diese Medikamentenkombinationen vergleichen“, kommentiert Studienleiter und Erstautor Dr. Brian Rini die neuen Ergebnisse. „Vor der Entwicklung antiangiogener Medikamente und Immuntherapien hatte das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom eine sehr schlechte Prognose. Diese Medikamentenkombinationen haben die Behandlungsmöglichkeiten und -ergebnisse für die Patienten dramatisch verbessert“, fügt er hinzu.

Zwischenanalyse von 2019 bestätigt

Die erste Zwischenanalyse der Ergebnisse von KEYNOTE-426, veröffentlicht am 16. Februar 2019 in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“, zeigte, dass Studienteilnehmer, die mit Pembrolizumab plus Axitinib behandelt wurden, ein längeres Gesamt- und progressionsfreies Überleben sowie höhere objektive Ansprechraten aufwiesen als diejenigen, die Sunitinib einnahmen. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 12,8 Monate.

Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 67,2 Monaten bestätigt und erweitert die aktuelle Auswertung die Zwischenanalyse und liefert wertvolle Informationen über Biomarker, die bei Behandlungsentscheidungen hilfreich sein können. Die neue Studie berichtet, dass Pembrolizumab plus Axitinib ein längeres Gesamtüberleben (47,2 Monate gegenüber 40,8 Monaten für Sunitinib) und ein längeres progressionsfreies Überleben (15,7 Monate gegenüber 11,1 Monaten für Sunitinib) aufwies. Die objektive Ansprechrate lag bei 60,6 Prozent für Pembrolizumab plus Axitinib und bei 39,6 Prozent für Sunitinib.

Die Forscher berichteten auch über verschiedene Zusammenhänge zwischen der Expression von Biomarkern und den Behandlungsergebnissen (Gesamtüberleben, progressionsfreies Überleben, objektive Ansprechrate). Zu den untersuchten Biomarkern gehörten ein 18-Gen-T-Zell-Entzündungs-Expressionsprofil, die Angiogenese-Signatur und die PD-1-Liganden-Expression.

Bedarf an Biomarkern

„Es besteht ein ungedeckter Bedarf an Biomarkern, die den Behandlungserfolg von Patienten nach der Behandlung mit verfügbaren Erstlinientherapien für fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom vorhersagen“, so Rini. „Obwohl unsere Analyse den potenziellen klinischen Nutzen einiger RNA-Signaturen bei der Identifizierung von Patienten zeigte, die wahrscheinlich am meisten von der jeweiligen Behandlung profitieren, sind weitere prospektive klinische Studien erforderlich“, betont er abschließend.