Behandlung von HER2+ metastasiertem Brustkrebs mit Trastuzumab-Deruxtecan: Gesamtüberleben gegenüber Trastuzumab-Emtansin signifikant verbessert1. Juni 2023 LOS ANGELES (Biermann) – Trastuzumab- Deruxtecan hat in der DESTINY- Breast03-Studie das OS vs. Trastuzumab Emtansin bei HER2+ metastasiertem Brustkrebs signifikant verbessert. Wie Erstautorin Prof. Sara A. Hurvitz vom Jonsson Comprehensive Cancer Center in Los Angeles (USA) und ihre Kollegen zudem berichten, bestätige das längste dokumentierte mediane PFS Trastuzumab-Deruxtecan als Behandlungsstandard in der Zweitlinie. Bei längerer Behandlungsdauer habe sich ein handhabbares Sicherheitsprofil von Trastuzumab-Deruxtecan bestätigt. Die unverblindete, randomisierte, multizentrische Phase-IIIStudie wurde an 169 Studienzentren in Nordamerika, Asien, Europa, Australien und Südamerika durchgeführt. Geeignet waren Patientinnen ≥18 Jahren mit HER2+ inoperablem oder metastasiertem Brustkrebs, der zuvor mit Trastuzumab und einem Taxan behandelt worden war, einem ECOG*-Status von 0–1 und ≥1 messbaren Läsion gemäß RECIST** Version 1.1. Von 699 untersuchten Patientinnen wurden 524 aufgenommen und 1:1 randomisiert für Trastuzumab- Deruxtecan 5,4 mg/kg (N=261) oder Trastuzumab Emtansin 3,6 mg/kg (N=263), beide verabreicht als intravenöse Infusion alle 3 Wochen, stratifiziert nach Hormonrezeptorstatus, vorheriger Behandlung mit Pertuzumab und viszeraler Erkrankung in der Anamnese (20.07.2018 –23.06.2020). Insgesamt 699 Patientinnen wurden auf ihre Eignung hin untersucht und davon 524 aufgenommen und für Trastuzumab-Deruxtecan (N=261) oder Trastuzumab Emtansin (N=263) randomisiert. Die mediane Nachbeobachtung betrug 28,4 Monate (Interquartilsabstand [IQR] 22,1–32,9) mit Trastuzumab-Deruxtecan und 26,5 (IQR 14,5–31,3) mit Trastuzumab Emtansin. Das mediane PFS gemäß verblindeter unabhängiger zentraler Überprüfung lag bei 28,8 Monaten (95 %-KI 22,4–37,9) mit Trastuzumab-Deruxtecan und 6,8 (IQR 5,6–8,2) mit Trastuzumab Emtansin (HR 0,33; 95 %-KI 0,26– 0,43; pnominal <0,0001). Das mediane OS wurde mit 72 (28 %) OS-Ereignissen weder in der Trastuzumab- Deruxtecan-Gruppe (95 %-KI 40,5 Monate bis nicht abschätzbar) noch mit 97 (37 %) OS-Ereignissen in der Trastuzumab-Emtansin-Gruppe erreicht (95 %-KI 34,0 Monate bis nicht abschätzbar; HR 0,64; 95 %-KI 0,47–0,87; p=0,0037). Die Anzahl der unter der Therapie aufgetretenen unerwünschten Ereignisse von Grad ≥3 war unter Trastuzumab-Deruxtecan ähnlich wie unter Trastuzumab Emtansin (145 [56 %] Patientinnen vs. 135 [52 %]). Eine interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis, die der Therapie zugeschrieben wurden, dokumentierten die Autoren bei 39 (15 %) der mit Trastuzumab- Deruxtecan behandelten Frauen und bei 8 (3 %) in der Trastuzumab- Emtansin-Gruppe, wobei in keiner der beiden Studiengruppen Ereignisse des Grades 4 oder 5 auftraten. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi.org/10.1016/ S0140-6736(22)02534-X). (sf) *Eastern Cooperative Oncology Group**Response Evaluation Criteria in Solid Tumours Autoren: Hurvitz SA et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Trastuzumab deruxtecan versus trastuzumab emtansine in patients with HER2-positive metastatic breast cancer: updated results from DESTINY-Breast03, a randomised, open-label, phase 3 trial Quelle: Lancet 2023;401(10371): 105–117. (open access) Web: www.doi.org/10.1016/S0140- 6736(22)02420-5
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