Frauen unter menopausaler Hormontherapie weisen häufiger einen gesunden Lebensstil auf23. Juni 2026 Symbolbild © AucArtStudio/stock.adobe.com Eine US-amerikanische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Menopausenstatus, Hormontherapie und Gesundheitsverhalten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen unter Hormontherapie insgesamt einen gesünderen Lebensstil aufweisen. Während der Wechseljahre steigt das Risiko für chronische Erkrankungen deutlich an; zudem treten häufiger belastende Symptome wie Hitzewallungen und urogenitale Beschwerden auf. Zur Linderung dieser Wechseljahresbeschwerden wird häufig eine Hormontherapie eingesetzt. Unklar ist jedoch, ob die Hormontherapie gesundheitliche Ergebnisse und das Risiko chronischer Erkrankungen direkt beeinflusst oder indirekt über Veränderungen des Gesundheitsverhaltens wirkt. Bisherige Forschungsergebnisse zu diesem Thema sind uneinheitlich; einige Studien deuten darauf hin, dass Frauen nach der Menopause stärker auf einen gesunden Lebensstil achten. Eine Querschnittsstudie mit mehr als 10.000 Teilnehmerinnen untersuchte nun, inwieweit der Menopausenstatus und die Anwendung von Hormonen mit einem gesunden Lebensstil – definiert durch Ernährung, körperliche Aktivität und Schlafdauer – zusammenhängen. Die Studienergebnisse wurden online in „Menopause“, der Fachzeitschrift der Menopause Society, veröffentlicht. Die Untersuchung ergab, dass Frauen in der Postmenopause, die noch nie eine Hormontherapie angewendet hatten, angaben, weniger Obst und Gemüse zu verzehren. Bei Frauen ohne Hormontherapie-Erfahrung war die Wahrscheinlichkeit, die Empfehlungen für Krafttraining zu erfüllen, um 19 Prozent geringer. Auch die Schlafdauer fiel bei Frauen in der Postmenopause, die nie eine Hormontherapie angewendet hatten, kürzer aus. Im Vergleich zu Frauen in der Prä- oder Perimenopause war die Wahrscheinlichkeit, die Schlafempfehlungen einzuhalten, bei Frauen, die nie Hormone angewendet hatten, um 14 Prozent geringer; bei aktuellen Anwenderinnen lag dieser Wert um 26 Prozent und bei ehemaligen Anwenderinnen um 24 Prozent niedriger. Mögliche hormonelle Ursachen Den Forschenden zufolge könnten diese Ergebnisse mit erhöhten Spiegeln des follikelstimulierenden Hormons (FSH) zusammenhängen – wie sie bei postmenopausalen Frauen ohne Hormontherapie zu erwarten sind – sowie mit den für die Menopause typischen niedrigeren Estradiolwerten, die mit einer schlechteren Schlafqualität assoziiert werden. Zudem können menopausenbedingte Hitzewallungen und urogenitale Beschwerden zu Schlafstörungen beitragen; diese Symptome lassen sich jedoch durch eine Hormontherapie lindern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen unter Hormontherapie häufiger einen gesunden Lebensstil pflegen. Ob die Hormontherapie selbst dieses Verhalten fördert oder ob Frauen mit einem insgesamt höheren Gesundheitsbewusstsein eher eine Hormontherapie in Anspruch nehmen, lässt sich aus der Beobachtungsstudie jedoch nicht ableiten. Weitere Untersuchungen sind daher erforderlich, um Ursache und Wirkung abschließend zu klären. (lj/BIERMANN) Ebenfalls interessant: Östrogenverlust nach der Menopause könnte Alzheimer-Risiko erhöhen Menopause: Höherer Gewichtsverlust durch Tirzepatid bei zeitgleicher Hormontherapie
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