Behandlung von Müttern mit Vedolizumab während einer Schwangerschaft ist sicher13. Mai 2022 AARHUS (Biermann) – Welche postnatale Folgen hat die intrauterine Vedolizumab-Exposition während einer Schwangerschaft auf das Neugeborene? Zur Beantwortung dieser Frage untersuchten dänische Forscher die Vedolizumab-Konzentrationen im Nabelschnurblut von Neugeborenen und die Clearance-Raten nach der Geburt sowie deren Korrelation mit den mütterlichen Medikamentenspiegeln, dem Infektionsrisiko und den Entwicklungsmeilensteinen im 1. Lebensjahr. Mit Vedolizumab behandelte schwangere Frauen mit CED wurden prospektiv rekrutiert. Die demografischen Daten stammten dabei aus den Krankenakten. Der Entwicklungsstand der Säuglinge wurde mit dem Ages-and-Stages-Fragebogens (ASQ-3) bewertet und die Vedolizumab-Spiegel bei der Entbindung und bei den Säuglingen alle 3 Monate bis zur Clearance gemessen. Zur Abschätzung der Clearance wurde eine nichtlineare Regressionsanalyse durchgeführt. Bei 50 Vedolizumab-exponierten schwangeren Frauen beobachteten die Forscher 43 (86 %) Lebendgeburten, 7 (14 %) Fehlgeburten, keine kongenitalen Fehlbildungen und ein geringes Risiko für unerwünschte Schwangerschaftsoutcomes. Das mediane Vedolizumab-Verhältnis zwischen Säugling und Mutter betrug bei der Geburt 0,44 (95 %-KI 0,32–0,56). Die mittlere Zeit bis zur Clearance von Vedolizumab bei den Säuglingen betrug 3,8 Monate (95 %-KI 3,1–4,4). Bei keinem Säugling war im Alter von 6 Monaten Vedolizumab nachweisbar. Die Entwicklungsmeilensteine waren mit 12 Monaten normal oder überdurchschnittlich. Weder eine Vedolizumab-Exposition im 3. Trimester (Relatives Risiko [RR] 0,54; 95 %-KI 0,28–1,03) noch eine Kombinationstherapie mit Thiopurinen (RR 1,29; 95 %-KI 0,60–2,77) schienen das Infektionsrisiko bei den Neugeborenen signifikant zu erhöhen. Die neonatale Vedolizumab-Clearance nach intrauteriner Exposition erfolgt sehr rasch. Dabei korrelieren die Vedolizumab-Spiegel der Säuglinge nicht mit dem Infektionsrisiko im 1. Lebensjahr. Eine Vedolizumabtherapie ist demnach während der Schwangerschaft sicher, so das Fazit der Autoren. (bi) Autoren: Julsgaard M et al. Korrespondenz: Mette Julsgaard; [email protected] Studie: Vedolizumab clearance in neonates, susceptibility to infections and developmental milestones: a prospective multicentre population-based cohort study Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;54(10):1320–1329. doi: 10.1111/apt.16593
Mehr erfahren zu: "Inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs: Projekt „SeiTeil“ gestartet" Inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs: Projekt „SeiTeil“ gestartet Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam.
Mehr erfahren zu: "KI-Projekt KIMONA: Neue Technologien für Krebsregistermeldungen in NRW" KI-Projekt KIMONA: Neue Technologien für Krebsregistermeldungen in NRW Die Uniklinik Köln koordiniert ein Sechs-Milionen-Euro-Verbundprojekt zur automatisierten Auswertung medizinischer Dokumente.
Mehr erfahren zu: "Nicht nur Insulin ist entscheidend: Frühe Glukagonerhöhung bei Typ-2-Diabetes hängt mit Fettlebererkrankung zusammen" Nicht nur Insulin ist entscheidend: Frühe Glukagonerhöhung bei Typ-2-Diabetes hängt mit Fettlebererkrankung zusammen Im Mittelpunkt der Typ-2-Diabetes-Forschung stand bislang vor allem Insulin. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch das Hormon Glukagon schon früh erhöht ist. Diese Erhöhung steht mit einer Stoffwechseldysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung […]