Bei der Antikörper-assoziierten Vaskulitis sagt Interferon die Nierenprognose voraus

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Die Anti-neutrophile zytoplasmatische Antikörper-assoziierte Vaskulitis (AAV) verursacht schwere multi­systemische Organschäden. Die Hauptphänotypen, die mikroskopische Polyangiitis (MPA) und die Granulomatose mit Polyangiitis (GPA), weisen Ähnlichkeiten auf, unterscheiden sich jedoch in ihrer klinischen Präsentation und ihrem Verlauf.

Französische Wissenschaftler haben jetzt eine Studie durchgeführt, um die molekularen Unterschiede dieser Erkrankungsvarianten aufzudecken, wobei sie sich auf die Aktivierung des Typ-I-Interferon­(IFN-I)-Signalwegs in Niere und Blut konzentrierten. Und tatsächlich identifizierten sie eine IFN-I-Signatur bei AAV, insbesondere bei MPA/Myeloperoxidase(MPO)-AAV. Das unterstreicht die potenzielle Rolle bei der Heterogenität der Erkrankung und der Nierenpathologie. IFN-I erweist sich laut den Autoren als möglicher prognostischer Biomarker und therapeutisches Ziel bei AAV, insbesondere bei MPA. Es seien aber weitere Studien erforderlich, um die Mechanismen zu klären und die IFN-I-Modulation in klinischen Studien zu untersuchen.

Die Forschenden analysierten 2 unabhängige Kohorten (Maine-Anjou- und RENVAS-Register) mit insgesamt 193 Patienten mit AAV und Glomerulonephritis. Dann führten sie eine NanoString-nCounter-Transkriptom-Profilierung und eine Quantifizierung der Entzündungsmoleküle im Serum durch. Außerdem validierten sie anhand unabhängiger öffentlicher Datensätze (einschließlich räumlicher Transkriptom-Datensätze der Niere, der European cDNA Renal Biobank und Blut aus der RAVE-Studie) vergleichende Analysen von MPA vs. GPA (und MPO-AAV vs. Proteinase 3[PR3]-AAV).

Aussagekraft der IFN-I-Signatur

In ihren Untersuchungen beobachteten die Wissenschaftler, dass die bei AAV-GN festgestellte IFN-I-Signatur der Niere bei MPA/MPO-AAV im Vergleich zu GPA/PR3-AAV und Kontrollen hochreguliert ist. Quantitative PCR, MxA-Immunhistochemie und die Analyse externer Datensätze bestätigten diese Ergebnisse. Dabei steht diese IFN-I-Signatur, die der bei Lupusnephritis festgestellten Signatur ähnelt, im Zusammenhang mit dem Ausmaß der pDC-Infiltration.

Die IFN-I-Aktivierung in der Niere korrelierte unabhängig von der Nierenfunktion mit einer erhöhten Nierenfibrose. Hohe IFN-I-Signaturen in der Niere waren mit einer geringeren Nierenüberlebensrate assoziiert, und zwar unabhängig von der Nierenfunktion und den pathologischen Werten. MPA-Nieren wiesen außerdem eine höhere Mast- und T-Zell-Infiltration auf. Systemische Analysen zeigten bei allen Patienten mit AAV erhöhte IFNα- und IFN-bezogene Entzündungsmoleküle. Jedoch fanden die Forscher eine stärkere IFN-I-Gensignatur in Immunzellen von MPA.

(jh/ms/BIERMANN)

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