Bei Schwangerschaftsdiabetes gut beraten4. August 2020 Bild: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Gemeinsam mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) das Medienpaket „Ernährungstherapie bei Gestationsdiabetes“ entwickelt und herausgegeben. Es bietet Ernährungsfachkräften einen Leitfaden für die Ernährungsberatung vom Zeitpunkt der Diagnose bis nach der Geburt. In der Regel kann der Gestationsdiabetes mit Hilfe geeigneter Maßnahmen therapiert werden. Dazu zählen eine gezielte Ernährungs- und Bewegungsumstellung sowie die Blutglucoseselbstkontrolle. „Mit dem Medienpaket bekommen Ernährungsfachkräfte einen didaktisch gut aufgebauten und wissenschaftlich fundierten Leitfaden an die Hand, mit dem sie betroffene Frauen individuell beraten und begleiten können. Damit unterstützen sie werdende Mütter, die häufig von der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes überrascht werden, dabei, kurzfristig eine Lebensstiländerung zu realisieren“, sagt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani. Das neue Medienpaket bietet dafür ein geeignetes Schulungsprogramm zur Beratung und Motivation betroffener Frauen. Das in einfacher, verständlicher Sprache gehaltene, modular aufgebaute Programm ist vorwiegend für die Einzelberatung geeignet. Kernstück ist der Beraterleitfaden, der in vier Module unterteilt ist: Erstschulung nach Diabetesdiagnose, Ernährungsempfehlungen, kontrollierte Gewichtszunahme und Informationen zur Entbindung, Diabetesprävention und Stillempfehlungen. Dazu gibt es flexibel einsetzbare Ergänzungsmodule mit Empfehlungen zum Proteinverzehr, Informationen zu Zutatenlisten und Nährwerttabellen sowie Außer-Haus-Verpflegung. Das Schulungsprogramm enthält hilfreiche Vorlagen für die Beratung wie z. B. Anamnesebogen und Blutzuckerprotokoll, Schaubilder, Fotokarten mit Abbildungen diabetes-relevanter Lebensmittel. Handbücher zur Weitergabe an die Patientinnen begleiten die Betroffenen während der Beratungseinheiten und bieten Unterstützung bei der Umsetzung im Alltag. Das Schulungsprogramm basiert auf aktueller wissenschaftlicher Literatur und der „S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Unbehandelter Gestationsdiabetes birgt Risiken für Mutter und Kind Gestationsdiabetes zählt zu den häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Die Glucosetoleranzstörung, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt, kann unbehandelt akute und langfristige Risiken für Mutter und Kind bergen. Bei den Schwangeren kann es vermehrt zu Harnwegsinfekten, Bluthochdruck, Präeklampsie, Frühgeburt, Entbindung durch Kaiserschnitt und Geburtskomplikationen kommen. Langfristig haben sie zudem ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln. Bei den Kindern können u.a. ein erhöhtes Geburtsgewicht (Makrosomie) oder Anpassungsprobleme und Unterzuckerung nach der Geburt zu Komplikationen führen. Auch sie haben ein erhöhtes Risiko im späteren Leben an Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.
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