Benigne Erkrankung: Erhöhtes Krebsrisiko

Schilddrüse
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Benigne Schilddrüsenerkrankungen sind offenbar mit einem erhöhten Risiko für Schilddrüsenkrebs assoziiert. Eine Kohortenstudie mit Krankenhaus- und Registerdaten aus Dänemark (1978–2013) zeigt eine erhöhte Inzidenz von differenzierten Schilddrüsenkarzinomen nach Diagnose einer Hyperthyreose oder einer Thyreoiditis, welche nicht allein durch die verstärkte medizinische Überwachung erklärbar ist. Hypothyreose war weniger eindeutig mit dem Schilddrüsenkrebsrisiko assoziiert.

Im Rahmen der Studie wurden die Daten von 85.169 Patienten mit Hyperthyreose, 63.143 Patienten mit Hypothyreose, 12.532 Patienten mit Thyreoiditis, 65.782 Patienten mit nicht toxischer mehrknotiger Struma, 11.582 Patienten mit einfacher Struma, 21.953 Patienten mit sonstiger/nicht näher bezeichneter Struma und 6481 Patienten mit einem Adenom analysiert. Die Autoren berechneten die standardisierten Inzidenzraten (SIR) für differenzierte Schilddrüsenkarzinome, unter Ausschluss der ersten 12 Monate Follow-up nach Diagnose einer der untersuchten benignen Schilddrüsenerkrankungen.

Für alle benignen Schilddrüsenerkrankungen mit Ausnahme der Hypothyreose waren die SIR signifikant erhöht. Die SIR waren außerdem bei Männern höher als bei Frauen und in früheren Follow-up-Phasen höher als in späteren. Erhöhte SIR wurden für örtlich begrenzte Krebserkrankungen. aber auch Krebserkrankungen mit regionären oder Fernmetastasen beobachtet. Auch nach Ausschluss der ersten 10 Jahre Nachbeobachtung waren Hyperthyreose (27 Schilddrüsenkarzinome; SIR 2,00 [95 %-KI 1,32–2,92]), nicht toxische mehrknotige Struma (83 Schilddrüsenkarzinome; SIR 4,91 [95 %-KI 3,91 bis -6,09]), einfache Struma (8 Schilddrüsenkarzinome; SIR 4,33 [95 %-KI 1,87–8,53]), sonstige/nicht näher bezeichnete Struma (20 Schilddrüsenkarzinome; SIR 3,94 [95 %-KI 2,40–6,08]) und Adenom (9 Schilddrüsenkarzinome; SIR 6,02 [95 %-KI 2,76–11,5]) positiv mit dem Risiko für Schilddrüsenkrebs assoziiert.

Fazit
In der Studie wurde ein unerwartet erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs nach Diagnose einer Hyperthyreose oder einer Thyreoiditis festgestellt. Eine Hypothyreose war weniger eindeutig mit einem Schilddrüsenkrebsrisiko verbunden.

Autoren: Kitahara CM et al.
Korrespondenz: Division of Cancer Epidemiology and Genetics, National Cancer Institute, Bethesda, ML, USA
Studie: Benign Thyroid Diseases and Risk of Thyroid Cancer: A Nationwide Cohort Study
Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2018 Jun 1;103(6):2216–2224.
Web: academic.oup.com/jcem