Bernd Bertram in die Hall of Fame aufgenommen

Bernd Bertram, das neue Mitglied der Hall of Fame Ophthalmologie, nimmt von DOC-Präsident Armin Scharrer die Ernennungsurkunde entgegen (v.l.). Foto: Schulz/Biermann Medizin

Prof. Bernd ­Bertram ist das neue Mitglied der Hall of Fame Ophthalmologie. Erstmals seit der Gründung der Ruhmeshalle im Jahr 2014 ehrte die DOC nur eine Persönlichkeit „für ihr herausragendes Lebenswerk und ihre Verdienste um die Augenheilkunde“. Gewählt wurde Bertram von mehr als 2006 Teilnehmern des letztjährigen DOC-Kongresses.

Gleich drei Laudatoren würdigten Bertrams Leistungen für das Fach in Video-Botschaften: Dr. Kaweh Schayan-Araghi, langjähriges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA), Prof. Martin Spitzer, Direktor der Augenklinik des UKE in Hamburg, und Dr. Gernot Petzold, Mitglied des DOC-Organisationskomitees sowie der DOC-Programmkommission. In allen Würdigungen, so individuell sie waren, blieb eine Aussage identisch: „Sie haben die deutsche Augenheilkunde entscheidend geprägt.“

Prägende Kraft auf mehreren Gebieten

Diese prägende Kraft hat Bertram, so die Laudatoren, gleich auf mehreren Gebieten entfaltet: in der Berufspolitik, der Fort- und Weiterbildung, der Entwicklung von Leitlinien und Stellungnahmen sowie in der Zusammenführung der Interessen von konservativen und operierenden Augenärzten. Und all dies habe er parallel zur Führung einer eigenen Praxis über Jahrzehnte geleistet, wurde anerkennend betont.

Der Augenheilkunde weiterhin eng verbunden

DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer schloss sich bei der Verleihung der Urkunde zur Aufnahme in die Hall of Fame den Laudatoren an und lobte Bertram als „hervorragenden BVA-Vorsitzenden“. Zwar stehe er nun nicht mehr in der ersten Reihe, so Scharrer, aber Bertram werde sich auch weiterhin wesentlich für das Fach einbringen.

Drei Anliegen für die Zukunft

Dass sich das neue Mitglied der „virtuellen Ruhmeshalle“ dem Fach nach wie vor eng verbunden und verpflichtet fühlt, kam in den drei Anliegen zum Ausdruck, die Bertram in seinem Dankeswort formulierte. Zunächst bat er alle, nicht zu vergessen, dass sie zuallererst für den Patienten zuständig sind, und nicht für formale oder pekuniäre Interessen. An die jungen Kollegen appellierte er, sich zu engagieren – nicht nur in Praxen und Kliniken, sondern auch in der Berufspolitik, gehe es doch darum, die erreichten Rahmenbedingungen zu erhalten und zu verbessern. In der Berufspolitik lerne man viele interessante Kollegen kennen, berichtete er aus langjähriger Erfahrung. Man lerne das Gesundheitssystem zu verstehen und könne Dinge bewegen, auch wenn dies zuweilen viel Zeit erfordere. Drittens warb Bertram dafür, sich für die Erarbeitung von Stellungnahmen und Leitlinien zu engagieren. Diese seien einerseits wichtige Arbeitsgrundlagen für die ärztliche Tätigkeit, andererseits aber auch berufspolitisch bedeutsam, verwies er beispielhaft auf die IVOM-Verträge.

Das „Gesicht des BVA“

Bertram ist niedergelassener Augenarzt in Aachen und gilt vielen bis heute als das „Gesicht des BVA“. Insgesamt 22 Jahre hatte er die Vorstandsarbeit des BVA entscheidend mitgestaltet: von 1999 bis 2007 war er zweiter Bundesvorsitzender, anschließend zwölf Jahre lang Vorsitzender und dann nochmals von 2019 bis Ende 2021 BVA-Vize. Zu seinem Abschied würdigte ihn die Delegiertenversammlung mit der Ernennung zum BVA-Ehrenvorsitzenden.

Bindeglied des BVA zur Fachgesellschaft DOG

Neben seiner langjährigen Gremientätigkeit – etwa in der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Ärztekammer und Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein – ist er weiterhin das Bindeglied des BVA zur Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Dem DOG-Gesamtpräsidium gehört er seit 2003 an. Aktiv ist er zudem in den gemeinsamen Kommissionen Leitlinien, Makula, ophthalmologische Rehabilitation sowie Weiter- und Fortbildung

Auszeichnung durch die DOC im Jahr 2017

Bertrams großes Engagement auf dem Gebiet Bildung ehrte die DOC bereits 2017 mit ihrem Preis für Fort- und Weiterbildung. Dieser Fokus des neuen Hall-of-Fame-Mitglieds fand auch Ausdruck in der langjährigen Mitarbeit in der Programmkommission der Augenärztlichen Akademie Deutschland. (dk/BIERMANN)