Krisen im Gesundheitssystem früher erkennen mit KI20. August 2026 Foto: Deemerwha studio/stock.adobe.com Welche Kliniken könnten bei einer Naturkatastrophe ausfallen? Wie viele Intensivbetten oder Medikamente sind verfügbar? Antworten auf solche Fragen sollen künftig schneller gefunden und aktualisiert werden, um Krisen im Gesundheitssystem früher zu erkennen. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen entwickeln dafür als Teil des Verbundprojekts AtheneKI mit Partnern in Hamburg und München die datenwissenschaftlichen Grundlagen und Methoden. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das dreijährige Forschungsvorhaben mit ca. 7,4 Millionen Euro. Davon fließen rund 2,4 Millionen Euro an das Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM). Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie schwierig es ist, Gesundheitslagen ohne digitale Infrastruktur zu überblicken. Dort setzen die Macher der AtheneKI an. Sie kann sehr viele Informationen sammeln, Krisenszenarien simulieren und so helfen, Probleme früher zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen. Dadurch soll das Projekt die Krisenvorsorge und die zivil-militärische Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich unterstützen. Koordiniert wird der Verbund von AtheneKI von der Sanitätsakademie der Bundeswehr. Datenwissenschaftliche Verfahren, um auf Krisen im Gesundheitssystem vorbereitet zu sein „Daten im Gesundheitssystem sind in Deutschland eher mit Angst besetzt, das Fehlen von Daten zur Lage ist aber eine Bedrohung in sich“, erklärt Prof. Folker Meyer. Er arbeitet am IKIM und hat an der Universität Duisburg-Essen den Lehrstuhl für Medizininformatik mit dem Schwerpunkt Medical Data Science inne. „Es geht uns zudem nicht um Daten von Personen, sondern um Daten aller Krankenhäuser, Apotheken und um Abwasser- sowie Wetterdaten.“Am IKIM entwickeln die Forschenden die datenwissenschaftlichen Kernverfahren des Projekts. Sie bündeln Informationen, vereinheitlichen die Daten und entwickeln KI-gestützte Verfahren, die Trends sowie ungewöhnliche Veränderungen erkennen und früh melden. „Deutschland hat keine Infrastruktur für digitale, zeitnahe Informationen über die Gesundheitslage und den Zustand des Gesundheitssystems im Land. AtheneKI baut diese“, so Meyer zum neuen Projekt. „Im IKIM erstellen wir die Datengrundlage, ohne dass aufwändige Berichtspflichten notwendig werden.“ Die gewonnenen Erkenntnisse können fachliche sowie politische Entscheidungsträger sowie Vertreter von Krankenhäusern und Gesundheitsämtern unterstützen. Mehr zum Thema zivil-militärische Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich: Die Vorbereitung auf den Ernstfall – eine „immense Herausforderung“ Verletztenversorgung bei NATO-Bündnisfall-Übung: Verzahnung militärischer und ziviler Strukturen
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