Beruf, sozioökonomischer Status und chronische obstruktive Lungenerkrankungen: Asthma eher mit nichthandwerklichen Tätigkeiten verbunden20. Mai 2022 HELSINKI (Biermann) – In einer multizentrischen Studie, die in Finnland, Schweden und Estland durchgeführt wurde, haben Forschende eine Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) konsequent mit handwerklichen Berufen mit hoher Raucherprävalenz in Verbindung gebracht. Das mache deutlich, dass in Untersuchungen zu Zusammenhängen mit beruflichen Tätigkeiten der Tabakkonsum berücksichtigt werden müsse. Im Gegensatz zur COPD war Asthma den Wissenschaftlern zufolge eher mit nichthandwerklichen Tätigkeiten verbunden, die ein höheres Bildungsniveau erforderten. Laut der Beobachtung der Forscher waren die beruflichen Assoziationen mit Asthma nicht auf eosinophile Entzündungen zurückzuführen, die sich in erhöhten Werten für fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid (FeNO) abbildeten. COPD, Tabakkonsum und eine arbeitsplatzbedingte Exposition gegenüber Dämpfen, Gasen, Stäuben und Rauch waren in Estland am häufigsten, während Asthma und Berufe, die ein höheres Bildungsniveau erfordern, eher in Schweden und Finnland anzutreffen waren. In einem angepassten Regressionsmodell hatten nichthandwerklich tätige Angestellte im Vergleich zu Fach- und Führungskräften ein 3-faches Risiko für ärztlich diagnostiziertes Asthma (OR 3,18; 95 %-KI 1,07–9,47). Bei Berufstätigen im Gesundheits- und sozialen Sektor war das Risiko verdoppelt (OR 2,28; 95 %-KI 1,14–4,59) im Vergleich zu Personen in Verwaltung und Handel. Die Forschenden beobachteten ein erhöhtes Risiko für eine ärztlich diagnostizierte COPD bei Personen mit manueller Tätigkeit, unabhängig vom Klassifizierungssystem. Im Gegensatz zu Asthma wurde das Risiko hauptsächlich durch Tabakkonsum und weniger durch eine arbeitsplatzbedingte Exposition gegenüber Schadstoffen erklärt. (ac) Autoren: Jalasto J et al. Korrespondenz: Juuso Jalasto; [email protected] Studie: Occupation, socioeconomic status and chronic obstructive respiratory diseases – The EpiLung study in Finland, Estonia and Sweden Quelle: Respir Med 2022;191:106403. doi: 10.1016/j.rmed.2021.106403
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