Bessere Proteinerkennung mit Deep Learning20. April 2022 Prof. Dr. Bernhard Renard. Foto: HPI/Kay Herschelmann Proteine steuern die meisten Prozesse in lebenden Zellen und sind für den Menschen lebenswichtig. Würde es gelingen, das Proteom des Menschen zu entschlüsseln, also sämtliche Proteine im Organismus genau zu bestimmen, wären Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs besser und individueller therapierbar. Wissenschaftlern des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) ist es unter Leitung von HPI-Prof. Bernhard Renard nun gemeinsam mit anderen Partnern gelungen, durch die Kombination eines Deep-Learning-Modells mit herkömmlichen algorithmischen Methoden, diesem Ziel näher zu kommen. In der neuen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins Nature Machine Intelligence stellen sie ‘Ad hoc learning of fragmentation’ (AHLF) vor, ein Deep-Learning-Modell, das auf Massenspektren mit knapp 20 Millionen trainiert wurde und die Phosphopeptid-Identifizierungen um bis zu 15 Prozent gegenüber herkömmlichen Methoden verbessern konnte. Neben der genaueren Analyse und Auswertung von Proteinen ist auch die Interpretierbarkeit von AHLF ein weiterer Vorteil. “Im Vergleich zu vielen anderen Ansätzen ist AHLF keine Blackbox, sondern interpretierbar. Es ist also transparent, wie genau AHLF in den Massenspektren Muster von Proteinen erkennt, die bisher teils weniger oder noch gar nicht erforscht wurden”, so Renard, der das Fachgebiet Data Analytics and Computational Statistics am HPI leitet. Das Projekt wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die International Max Planck Research School for Biology and Computation und die vom BMBF geförderte de.NBI Cloud.
Mehr erfahren zu: "Neue Methode verbessert Diagnose erblicher Nierenerkrankung" Neue Methode verbessert Diagnose erblicher Nierenerkrankung Eine seltene Erbkrankheit der Niere lässt sich mit herkömmlichen Gentests oft nur schwer erkennen. Ein deutsches Forschungsteam hat nun eine neue Methode entwickelt, die krankheitsauslösende Veränderungen im MUC1-Gen zuverlässiger nachweisen […]
Mehr erfahren zu: "Frauen im Gesundheitswesen: „Datenlücken gefährden die Versorgung von Patientinnen“" Frauen im Gesundheitswesen: „Datenlücken gefährden die Versorgung von Patientinnen“ Frauen werden in Deutschland noch immer auf Grundlage von Daten versorgt, die ihre Lebensrealität häufig nur unzureichend abbilden: Zu diesem Fazit kamen rund 130 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und […]
Mehr erfahren zu: "Adaptive Optik und intelligente Spiegeltechnologie verbessern hochauflösende Mikroskopie" Adaptive Optik und intelligente Spiegeltechnologie verbessern hochauflösende Mikroskopie Ein mikromechanisches Spiegelarray mit rund 64.000 Mikrospiegeln korrigiert optische Verzerrungen und ermöglicht dadurch schärfere und kontrastreichere Aufnahmen von biologischem Gewebe. Perspektivisch könnten sowohl Grundlagenforschung als auch die medizinische Diagnostik profitieren.