Bessere Wirksamkeit beim Zervixkarzinom geht auf Kosten eines höheren Frühgeburtsrisikos22. Dezember 2023 Bild: © MoiraM – stock.adobe.com Wie schneiden verschiedene Methoden zur Behandlung zervikaler intraepithelialer Neoplasien (CIN) bei Wirksamkeit und Frühgeburtsrisiko im Vergleich ab? Das hat ein Team um Antonios Athanasiou vom Imperial College London, Großbritannien, in einem systematischen Review samt Netzwerk-Metaanalyse untersucht. Dabei schlossen sie Studien an Frauen mit CIN, glandulärer intraepithelialer Neoplasie oder Gebärmutterhalskrebs im Stadium IA1 ein, die mit Exzision (Cold Knife Conisation [CKC], Laserkonisation und Large Loop Excision of the Transformation Zone [LLETZ, Referenzgruppe für Therapieversagen]) oder Ablation (radikale Diathermie, Laserablation, Kältekoagulation und Kryotherapie) behandelt wurden, ein. Primäre Endpunkte waren jegliches Therapieversagen (definiert als abnorme Histologie oder Zytologie) und Frühgeburt (<37 Schwangerschaftswochen). Das Netzwerk für Frühgeburten umfasste zudem Frauen mit unbehandelter CIN (unbehandelte Kolposkopie-Gruppe; Referenzgruppe für Frühgeburt). Die Autoren konnten 7880 potenzielle Fundstellen für den Endpunkt Therapieversagen und 4107 für den Endpunkt Frühgeburt identifizieren. Nach dem Screening und der Entfernung von Duplikaten umfasste das Netzwerk für Behandlungsversagen 19.240 Frauen aus 71 Studien (25 randomisiert) und das Netzwerk für Frühgeburt 68.817 Frauen aus 29 Studien (2 randomisiert). Wie die Auswertung ergab, war das Risiko eines Behandlungsversagens vs. LLETZ bei anderen Exzisionsmethoden reduziert (Laserkonisation: OR 0,59; 95 %-KI 0,44–0,79; und CKC: OR 0,63; 95 %-KI 0,50–0,81) und erhöht bei Laserablation (OR 1,69; 95 %-KI 1,27–2,24) und Kryotherapie (OR 1,84; 95 %-KI 1,33–2,56). Beim Vergleich der Kältekoagulation mit LLETZ (OR 1,09; 95 %-KI 0,68–1,74) stellten die Autoren keine Unterschiede fest, die direkten Daten basierten allerdings auf nur 2 kleinen Studien. Ferner zeigte sich, dass das Frühgeburtsrisiko vs. Referenzgruppe bei allen Exzisionstechniken erhöht war (CKC: OR 2,27; 95 %-KI 1,70–3,02; Laserkonisation: OR 1,77; 95 %-KI 1,29–2,43; und LLETZ: OR 1,37; 95 %-KI 1,16–1,62), wohingegen für ablative Verfahren keine Unterschiede gefunden wurden (Laserablation: OR 1,05; 95 %-KI 0,78–1,41; Kryotherapie: OR 1,01; 95 %-KI 0,35–2,92; Kältekoagulation: OR 0,67; 95 %-KI 0,02–29,15). Jedoch basiere die Evidenz v.a. auf Beobachtungsstudien mit den inhärenten Verzerrungsrisiken, die Glaubwürdigkeit vieler Vergleiche sei gering gewesen. (sf)
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