Beste Behandlungsstrategie beim Nasopharynxkarzinom29. August 2023 Foto: natali_mis/stock.adobe.com Eine Aktualisierte Netzwerk-Metaanalyse kommt zu neuem Fazit mit Blick auf eine Induktions-Chemotherapie als Zusatz zur Radiochemotherapie. In einem älteren Artikel hatte die Kooperationsgruppe „Meta-analysis of Chemotherapy for Nasopharynx Carcinoma (MAC-NPC)“ dargelegt, dass der Zusatz einer adjuvanten Chemotherapie zu einer gleichzeitigen Radiochemotherapie beim Nasopharynxkarzinom unter den untersuchten Behandlungsregimen den größten Überlebensvorteil bot. Aufgrund der Veröffentlichung neuer Studien zur Induktions-Chemotherapie haben Dr. Claire Petit vom Gustave Roussy Cancer Campus in Villejuif, Frankreich, und ihre Kollegen die Netzwerk-Metaanalyse mit den Daten individueller Patienten nun aktualisiert. Ihr Fazit: Die Einbeziehung neuer Studien habe die Schlussfolgerung der vorherigen Netzwerk-Metaanalyse verändert. In dieser aktualisierten Version habe der Zusatz einer Induktions-Chemotherapie oder einer adjuvanten Chemotherapie zur Radiochemotherapie das OS gegenüber der alleinigen Radiochemotherapie verbessert. Im Rahmen ihrer Aktualisierung hatten die Autoren Studien zur Strahlentherapie mit oder ohne Chemotherapie bei Patienten mit nichtmetastasiertem Nasopharynxkarzinom identifiziert, deren Rekrutierung vor dem 31.12.2016 abgeschlossen worden war, und aktualisierte Daten individueller Patienten erhoben. Zu diesem Zweck wurden sowohl allgemeine Datenbanken (z.B. PubMed und Web of Science) als auch medizinische Datenbanken mit chinesischer Literatur durchsucht und ausgewertet. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Es wurde ein frequentistischer Netzwerk-Metaanalyse-Ansatz mit einem zweistufigen Zufallseffekt verwendet, stratifiziert nach Studie der durch Versuche basierend auf dem Hazard-Ratio-Peto-Schätzer. Die globale Cochran-Q-Statistik wurde zur Beurteilung der Homogenität und Konsistenz sowie der p-Score zur Einstufung der Behandlungen verwendet, wobei höhere Scores auf Therapien mit höherem Nutzen hinweisen. Die Behandlungen wurden in die folgenden Kategorien eingeteilt: Strahlentherapie allein, Induktions-Chemotherapie gefolgt von Strahlentherapie, Induktions-Chemotherapie ohne Taxane, gefolgt von Chemoradiotherapie, Induktions-Chemotherapie mit Taxanen, gefolgt von Chemoradiotherapie, Chemoradiotherapie, Chemoradiotherapie, gefolgt von adjuvanter Chemotherapie und Strahlentherapie, gefolgt von adjuvanter Chemotherapie. Das Netzwerk umfasste 28 Studien und schloss 8214 Patienten ein (6133 [74,7%] Männer, 2073 [25,2%] Frauen, 8 [0,1%] mit fehlenden Daten), die zwischen dem 01.01.1988 und dem 31.12.2016 in die Studien aufgenommen worden waren. Die mediane Nachbeobachtung betrug 7,6 Jahre (IQR 6,2–13,3). Die Wissenschaftler beobachteten keine Hinweise auf Heterogenität (p=0,18) und eine grenzwertige Inkonsistenz (p=0,10). Die drei Behandlungen mit dem höchsten OS-Nutzen waren eine Induktions-Chemotherapie mit Taxanen, gefolgt von einer Radiochemotherapie (HR 0,75; 95%-KI 0,59–0,96; p-Score 92%), eine Induktions-Chemotherapie ohne Taxane, gefolgt von einer Radiochemotherapie (HR 0,81; 95%-KI 0,69–0,95; p-Score 87%) und eine Radiochemotherapie gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie (HR 0,88; 95%-KI 0,75–1,04; p-Score 72%), verglichen mit einer gleichzeitigen Radiochemotherapie (p-Score 46%).
Mehr erfahren zu: "Kopf-Hals-Tumorzentrum Dresden setzt auf personalisierte und interdisziplinäre Krebsmedizin" Kopf-Hals-Tumorzentrum Dresden setzt auf personalisierte und interdisziplinäre Krebsmedizin Komplexe Fälle in der Kopf-Hals-Onkologie und veränderte Patientenprofile erfordern individuellere Therapie. Das Kopf-Hals-Tumorzentrum der Uniklinik Dresden setzt auf interdisziplinären Austausch mit Zuweisenden und Fachkollegen.
Mehr erfahren zu: "iGAS-Infektionen: Antibiotika bei Halsschmerzen ohne Effekt auf Inzidenz" iGAS-Infektionen: Antibiotika bei Halsschmerzen ohne Effekt auf Inzidenz Bei unkomplizierten Halsschmerzen haben Antibiotika nur einen sehr begrenzten Effekt auf die Ausbreitung von Streptokokken oder die Inzidenz invasiver Streptokokken-Infektionen (iGAS). Zu diesem Ergebnis kommt eine schwedische Studie.
Mehr erfahren zu: "Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene" Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene Eine Studie am Mausmodell zeigt den Einfluss von Mikroplastik-Partikeln auf Immunantwort und Entzündungen der Atemwege: Die Partikel bleiben in der Lunge der Mäuse und kann die Allergie-Immunreaktion verändern.