Bestrahlung des Beckens: Bessere Ergebnisse durch Beeinflussung des Darmmikrobioms?29. Mai 2023 © Mark Kostich – stock.adobe.com (Symbolbild) Können Ballaststoffinterventionen und die Veränderung der Darmmikrobiota die Ergebnisse bei Patienten mit Bestrahlung bösartiger Tumoren im Beckenbereich verbessern? Forscher von der University of Aberdeen, Vereinigtes Königreich, haben in einem Übersichtsartikel die aktuellen Erkenntnisse dazu zusammengefasst. Angesichts der alternden Bevölkerung besteht ein dringender Bedarf an Alternativen zu den derzeitigen Radiochemotherapie-Schemata. Das Darmmikrobiom könnte sich dabei als nützlich erweisen, da es offenbar bei der Krebsimmuntherapie eine wertvolle Rolle bei der Verbesserung der Ergebnisse spielt. Wie die Autoren des Übersichtsartikels darlegen, kann die Darmmikrobiota das Ansprechen auf eine Strahlentherapie beeinflussen, umgekehrt aber selbst durch die Strahlung verändert werden. So existieren erste Hinweise darauf, dass eine Beeinflussung der Darmmikrobiota durch eine Nahrungsergänzung mit Ballaststoffen das Ansprechen auf die Strahlentherapie verbessern und die Nebenwirkungen auf das normale Gewebe verringern kann, obwohl die Daten zum Ansprechen auf die Strahlentherapie laut Erstautorin Selina E. Eaton und Kollegen bisher begrenzt sind. Beide Effekte könnten durch immunologische und nichtimmunologische Wirkungen der Darmmikrobiota und ihrer Metaboliten vermittelt werden. Die Bakterien im Darm produzieren aus Nahrungsfasern, die intakt in den Dickdarm gelangen, nützliche Stoffwechselprodukte, wie zum Beispiel kurzkettige Fettsäuren. Zu den alternativen Ansätzen der Beeinflussung des Darmmikrobioms gehören der Einsatz von Probiotika und die Transplantation fäkaler Mikrobiota. Fazit Zusammenfassend sind die Daten zum Darmmikrobiom von Patienten im Ausgangszustand (vor der Bestrahlung) und zum Zeitpunkt der Beeinflussung mit Ballaststoffen (vor oder während der Bestrahlung) bislang begrenzt, heterogen und nicht schlüssig, sodass solidere klinische Studien erforderlich sind, bevor diese Strategien klinisch angewendet werden können. (ah) Autoren: Eaton SE et al. Korrespondenz: Anne Kiltie; [email protected] Studie: Exploiting dietary fibre and the gut microbiota in pelvic radiotherapy patients Quelle: Br J Cancer 2022;127(12):2087–2098. (open access) Web: https://doi.org/10.1038/s41416-022-01980-7
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