Bitterrezeptoren T2R38 und T2R10 bewirken Schutz vor ARDS24. März 2022 Foto: © Vitalii Vodolazskyi/stock.adobe.com Wissenschaftler haben eine neue Familie von Proteinen in der Lunge identifiziert. Die Entdeckung könnte laut den Forschenden den Weg für ein neues Therapieverfahren für Patienten mit Akutem Atemnotsyndrom (ARDS) ebnen. Eine Arbeitsgruppe von der britischen Anglia Ruskin University (ARU) in Cambridge hat zusammen mit Kollegen der Brown University und des Providence Veterans Affairs Medical Center in Rhode Island (beide USA) nach eigenen Angaben erstmals feststellen können, dass bestimmte Rezeptoren für Bitterstoffe (T2Rs), die häufig in der Zunge vorkommen, auch in den Wänden von Blutgefäßen in der Lunge zu finden sind. In der neuen Studie, die von Dr. Zsuzsanna Kertesz und Dr. Havovi Chichger von der ARU durchgeführt wurde, stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Bitterrezeptoren in der Lunge bei Stimulation helfen, das Endothel zu schützen. Demnach wirken die Verbindungen Phenylthiocarbamid und Denatonium – der bitterste bekannte Stoff – auf die Bitterrezeptoren T2R38 beziehungsweise T2R10 ein. Einmal stimuliert, bieten die Bitterrezeptoren einen Schutzmechanismus für das Endothel, der eine Barrierestörung verhindert und das Austreten von Flüssigkeit verhindert. „Eines der größten Probleme, unter denen Patienten auf Intensivstationen mit COVID-19, Traumata oder bakteriellen Infektionen leiden, ist Atemnot“, sagt Seniorautor Dr. Havovi Chichger, außerordentlicher Professor für Biomedizin an der ARU. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese neue Familie von Proteinen in Blutgefäßen einen neuen Weg für Medikamente bieten könnte, um das Austreten von Flüssigkeit in die Lunge zu reduzieren und somit zur Behandlung von Patienten mit Atemnot beizutragen.“
Mehr erfahren zu: "Qualitätsmonitor: Immer mehr komplexe Operationen in immer weniger Kliniken" Qualitätsmonitor: Immer mehr komplexe Operationen in immer weniger Kliniken Die Einführung und die Anhebung von Mindestmengen für bestimmte Operationen haben zu einer weiteren Reduzierung der an der Versorgung beteiligten Krankenhaus-Standorte und zu einer signifikanten Erhöhung der durchschnittlichen Fallzahlen in […]
Mehr erfahren zu: "Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie" Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie Bei insgesamt weitgehend konstant gebliebener Inanspruchnahme der ambulanten Versorgung hat die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Weniger Fälle haben hingegen Kinder- und Jugendärzte behandelt. Das geht […]
Mehr erfahren zu: "Neuer Allergietest soll präzisere Detektion von Antikörpern ermöglichen" Neuer Allergietest soll präzisere Detektion von Antikörpern ermöglichen Wer wird tatsächlich allergisch reagieren und wer ist nur sensibilisiert? Zur Beantwortung dieser Frage haben Forschende aus Japan einen Allergietest entwickelt, der funktionell aktives IgE detektiert.