Blasenkrebs-Urintest übertrifft NMP22-Test und Urinzytologie an Sensitivität

Ein neuer Test soll hochgradigen Blasenkrebs im Urin entdecken können. Symbolbild: Björn Wylezich – stock.adobe.com

Ein Urin-DNA-Methylierungstest zur Erkennung von hochgradigem oder invasivem Blasenkrebs hat in einer prospektiven Multicenterstudie an Patienten mit Hämaturie eine Sensitivität von 89% gezeigt.

Damit übertraf der neue Test den NMP22-Test (NMP22: nukleäres Matrixprotein 22) und die Urin­zytologie bei hoher Spezifität. Der Test hatte auch einen ausgezeichneten negativen Vorhersagewert, allerdings war sein positiver Vorher­sagewert suboptimal.

An der Studie an 10 Standorten in der Republik Südkorea nahmen Personen ≥40 Jahre mit Hämaturie teil, die sich innerhalb von 3 Monaten zwischen dem 11.03.2022 und dem 30.05.2024 einer Zysto­skopie unterzogen. Die Studienteilnehmer wurden mittels eines Tests auf PENK-Methylierung in Urin-DNA auf Blasenkrebs untersucht.

Von den 1099 Teilnehmern waren 614 (55,9%) männlich; das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 65 ±10 Jahre. 219 litten an Blasenkrebs, 176 an hochgradigem oder invasivem Blasenkrebs. Der Urin-DNA-Methylierungstest wies eine Sensitivität und Spezifität für hochgradigen oder invasiven Blasenkrebs von 89,2% (95 %-Konfidenzintervall [KI] 84,6–93,8) bzw. 87,8% (95%-KI 85,6–89,9) auf. Die Sensitivität und Spezifität für Blasenkrebs insgesamt betrugen 78,1% (95%-KI 72,6–83,6) bzw. 88,8% (95 %-KI 86,7–90,8). Der positive Vorher­sagewert für hochgradigen oder invasiven Blasenkrebs lag bei 61,3% (95%-KI 55,4–67,3), der negative Vorhersagewert bei 97,6% (95%-KI 96,6–98,7). Im Vergleich zum NMP22-Test oder zur Urinzytologie zeigte der Urin-DNA-Methylierungstest eine signifikant höhere Sensitivität für hochgradigen oder invasiven Blasenkrebs sowie für Blasenkrebs insgesamt.

(ms)