„Blitz“-Roboter laufen Menschen bei Peking-Marathon davon6. Mai 2026 Symbolbild, KI-generiert: Chaithat – stock.adobe.com Zum zweiten Mal haben sich in Peking zahlreiche Roboter bei einem Halbmarathon gemessen. Die Unterschiede zum ersten Rennen sind deutlich. Doch welchen Sinn hat ein rennender Roboter letztendlich? Bei einem Halbmarathon in China sind Roboter der menschlichen Konkurrenz erstmals davongelaufen. In Peking überquerte die ferngesteuerte Version des Humanoids „Blitz“ aus dem Team des Smartphone-Herstellers Honor trotz eines Sturzes kurz vor dem Ende nach 48 Minuten und 19 Sekunden als erster die Ziellinie, wie im Staatsfernsehen zu sehen war. Weil das Regelwerk für ferngesteuerte Roboter aber Extrazeit aufschlägt, wurde die Zeit auf rund 57 Minuten korrigiert. Gewonnen hatte deshalb ein weiterer „Blitz“ in der autonom laufenden Version, der nach 50 Minuten und 26 Sekunden ins Ziel rannte. Die Bestzeit von 2 Stunden, 40 Minuten und 42 Sekunden des Roboters „Tiangong Ultra“ aus dem Vorjahr wurde damit deutlich unterboten. Der bestehende Halbmarathon-Weltrekord eines Menschen liegt bei 57 Minuten und 20 Sekunden. Die Zahl der Entwicklerteams aus Unternehmen und Hochschulen lag in diesem Jahr fünfmal höher, weshalb Dutzende weitere Humanoide an den Start gingen. Einige stürzten unterwegs oder prallten in die Begrenzungen der Rennstrecke. Roboter in TV und Alltag In China, wo die Kommunistische Partei sogenannte verkörperte Künstliche Intelligenz fördert und das Land in eine Führungsposition bringen will, sind die Roboter schon länger auf Messen oder in TV-Galashows als Tänzer oder Boxer im Ring zu sehen. Auch in Polen treibt sich mittlerweile ein chinesischer Roboter herum. Edward Warchocki, wie der Humanoid heißt, vertrieb dort unlängst Wildschweine und machte im Internet damit die Runde. Der Roboter stammt von der Firma Unitree, einem Vorreiter, den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf seiner China-Reise besuchte. PR-Stunt oder wissenschaftlicher Fortschritt? China betont, bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz einen „menschenzentrierten“ Ansatz zu verfolgen. Gemeint ist: Die Technologie soll den Menschen helfen. Doch was bringen halbmarathonlaufende Roboter? Lorenzo Masia von der Technischen Universität München sieht darin einen wichtigen Stresstest für die Roboter. „Eine Distanz von 21 Kilometern zu bewältigen, erfordert nicht nur effiziente Fortbewegung, sondern auch Robustheit, Energiemanagement, thermische Stabilität sowie zuverlässige Wahrnehmung und Steuerung über längere Zeiträume“, sagt der Direktor des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence. Langandauernde Fortbewegung zwinge die Entwickler dazu, zentrale Engpässe anzugehen, wie die Batterieleistung, Haltbarkeit von motorischen Antriebseinheiten, Echtzeitsteuerung und Fehlertoleranz, sagt Masia. Wo die Roboter eines Tages nützen könnten Im Alltag sind humanoide Roboter, die lange Strecken laufen, wohl eher kein Anwendungsfall. Der Experte für Chinas Digital-Wirtschaft, Liu Xingliang, sagt: „Es geht hier nicht darum, wer schneller rennen kann, sondern wer nützlichen Robotern immer näherkommt.“ Liu sieht Anwendungsfälle im Service oder im Haushalt, um alte Menschen zu unterstützen, oder in für Menschen gefährlichen Umgebungen wie Bränden oder bei Rettungseinsätzen.
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