Blutbasierte Tests zur Früherkennung: Krebsdiagnose bei knapp 40 Prozent jener mit entsprechendem Signal15. Dezember 2023 Bild: ©Radomir Jovanovic – stock.adobe.com Wie gut eignen sich Bluttests, die ein Krebssignal anhand von zirkulierender zellfreier DNA (cfDNA) erkennen können, zur Früherkennung mehrerer Krebserkrankungen (MCED) per Screening? PATHFINDER war eine prospektive Kohortenstudie, die die Machbarkeit von MCED-Tests zur Krebsvorsorge unterstützt, allerdings auch die Notwendigkeit weiterer Forschung unterstreicht, um den klinischen Nutzen des Tests zu untersuchen. Die prospektive Kohortenstudie wurde an ambulanten Kliniken für die onkologische und die Primärversorgung von 7 US-Gesundheitsnetzwerken durchgeführt. Bei den 6662 Teilnehmenden handelte um eine Stichprobe von Erwachsenen im Alter ≥50 Jahren ohne Anzeichen oder Symptome einer Krebserkrankung, die einem MCED-Test zustimmten (12.12.2019-04.12.2020). Daraufhin wurde ihnen Blut entnommen, cfDNA analysiert und die Ergebnisse an ihre Ärzte weitergeleitet. Wurde eine Methylierungssignatur festgestellt, die auf Krebs hinweist, flossen der vorhergesagte Ursprung des Krebssignals (ggfs. auch mehrere) in die diagnostische Beurteilung ein. Als primären Endpunkt hatten die Autoren um Prof. Deb Schrag die Zeit bis zu und den Umfang der diagnostischen Tests definiert, die erforderlich waren, um das (Nicht-)Vorhandensein von Krebs zu bestätigen. Bei 4204/6621 Teilnehmenden mit auswertbaren Ergebnissen handelte es sich um Frauen (63,5%), bei 2417 (36,5%) um Männer und 6071 waren weiß (91,7%). Bei 92/6621 Teilnehmenden stellten die Wissenschaftler ein Krebssignal mit auswertbaren Ergebnissen fest. Bei 35 (38%) Teilnehmenden wurde Krebs diagnostiziert (richtig-positiv) und bei 57 (62%) keine Krebsdiagnose gestellt (falsch-positiv). Mit Ausnahme von 2 Teilnehmenden, deren diagnostische Beurteilungen vor der Bekanntgabe der MCED-Testergebnisse begannen, betrug die mediane Zeit bis zur diagnostischen Klärung 79 Tage (IQR 37–219) – 57 Tage (IQR33–143) bei Teilnehmenden mit richtig-positiven und 162 Tage (44–248) bei jenen mit falsch-positiven Ergebnissen. Bei den meisten Teilnehmenden wurden sowohl Labortests (26/33 mit richtig-positiven Ergebnissen [79%] und 50/57 mit falsch-positiven Ergebnissen [88%] ) als auch bildgebende Untersuchungen durchgeführt (30/33 mit richtig-positiven Ergebnissen [91%] und 53/57 mit falsch-positiven Ergebnissen [93%]). Bei Teilnehmenden mit falsch-positiven Ergebnissen (17/57 [30%]) wurden weniger Eingriffe durchgeführt als bei Teilnehmenden mit richtig-positiven Ergebnissen (27/ 33 [82%]), und nur wenige wurden operiert (1 mit einem falsch-positiven und 3 mit einem richtig-positiven Ergebnis). Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02050-0)
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