Protonentherapie für Kinder: Radioonkologie Dresden etabliert interdisziplinäres Behandlungskonzept19. März 2026 Dr. Claudia Zinke (l.), Kinderonkologin und Kinderneurologin, und Strahlentherapeutin Dr. Chiara Valentini, freuen sich über das Wiedersehen mit einem ihrer Patienten. Der Neunjährige hat die Krebstherapie überstanden. (Foto: UKD/Annechristin Bonß) Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat ein interdisziplinäres kinderonkologisch-strahlentherapeutisches Behandlungsangebot für Patienten in der Protonentherapie etabliert. Ist bei Kindern mit einer Krebserkrankung eine Bestrahlung notwendig, wird diese fast immer mit Protonen durchgeführt. Das neue, interdisziplinäre Behandlungsangebot führt nun alle beteiligten Professionen zusammen – pädiatrische Onkologie, Radioonkologe, MTRA, Case Management, pädiatrische Psychoonkologie, Kinderanästhesie und die pädiatrische Fachpflege. Das gemeinsame Ziel: eine ganzheitliche, individuelle und kindgerechte Behandlung von der ersten Diagnose bis zur Entlassung. „Es genügt nicht, Diagnostik und Therapie auf höchstem Niveau anzubieten. Wir müssen uns auch darum kümmern, wie es den Patientinnen und Patienten geht und Angebote der Entlastung schaffen. Das ist hier hervorragend gelungen“, berichtet Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum. Teamgeist und eine fachübergreifende Zusammenarbeit auf Augenhöhe zum Wohle der Patienten in der Kinderonkologie – das ist das gemeinsame Ziel der Mitarbeitenden im neuen interdisziplinären Behandlungsangebot in der Protonentherapie. Deutschlandweit gibt es 2200 Neudiagnosen von Krebserkrankungen bei Kindern pro Jahr. Etwa 15 Prozent Patienten werden im Kampf gegen die Krebserkrankung bestrahlt. Mitunter finden parallel zu den Bestrahlungen eine Chemotherapie sowie weitere therapeutische Maßnahmen statt. Abgestimmte Therapiepläne und kurze Kommunikationswege Das neue Behandlungskonzept am Universitätsklinikum bringt Mediziner aus verschiedenen Fachbereichen zusammen mit den Eltern an einen Tisch. „Durch die interdisziplinäre kinderonkologisch-strahlentherapeutische Sprechstunde, abgestimmte Therapiepläne und kurze Kommunikationswege profitieren nicht nur die kleinen Patientinnen und Patienten, sondern auch ihre Familien enorm. Das Team möchte sicherstellen, dass jedes Kind genau die Unterstützung erhält, die es für seine Genesung braucht“, erklärt Dr. Claudia Zinke, Kinderonkologin und Kinderneurologin. „So können Fragen zum Verlauf und Therapiefortschritten fächerübergreifend beantwortet und die Eltern aus unterschiedlichen Fachperspektiven gemeinsam beraten werden“, ergänzt Prof. Denis Schewe, Leiter des Kinderonkologischen Zentrums am Uniklinikum Dresden. Zusätzlich steht den Familien eine Kinderpsychologin für Einzel-, Eltern-, Geschwister- und Familiengespräche zur Verfügung. Das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit in einer extrem herausfordernden Zeit. Einige der jungen Patienten benötigen neben der onkologischen Behandlung zusätzliche therapeutische Unterstützung. Dazu zählen beispielsweise ambulante Physiotherapien oder eine begleitende oder anschließende neurologische Rehabilitation. „Dank unserer engagierten Kooperationspartner können wir auch diesen Kindern eine ganzheitliche Betreuung ermöglichen. In unserer interdisziplinären Sprechstunde arbeiten wir eng mit ambulanten Physiotherapiepraxen zusammen und vermitteln bei Bedarf den passenden Kontakt. So stellen wir sicher, dass neben der notwendigen Strahlen- oder Chemotherapie auch wichtige physiotherapeutische Maßnahmen stattfinden können“, erklärt Zinke.
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