BMBF-Projekt: Ein Klebstoff für Nierensteinfragmente20. September 2017 Nierensteine eines männlichen Patienten im Vergleich zu einer Centmünze. Foto: IFAM Wissenschaftler vom Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen haben in enger Zusammenarbeit mit der Urologie der Universitätsklinik Freiburg einen Klebstoff zur Bergung von Harnsteinfragmenten entwickelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Zahl 400.000 zur “Zahl der Woche” erkoren – so viele Behandlungen werden jährlich in Deutschland zur Entfernung von Nierensteinen vorgenommen. Eine weit verbreitete Methode sind endoskopische Eingriffe (Ureterorenoskopie, URS). Die Steine werden mit einem Laser zertrümmert und die Teile mit einem Greifer herausgeholt. Dabei bleiben oftmals kleinste Steinreste im Körper zurück, die die Bildung von neuen Nierensteinen begünstigen. Um auch diese Fragmente, die kleiner als 2 mm sind, zu entfernen, soll der neu entwickelte Klebstoff helfen, der aus zwei Komponenten besteht. Die erste Komponente umschließt die Steinreste und die zweite härtet das System zu einer gummiartigen Masse aus, die elastisch genug ist, um aus der Niere entfernt zu werden. Die größte Schwierigkeit war, einen Klebstoff zu entwickeln, der unter Wasser klebt. Zudem dürfen die Klebstoffe natürlich nicht giftig sein, nicht die Operationsinstrumente verkleben oder an der Nierenschleimhaut haften bleiben. Die ersten Tests mit dem neuen Klebstoff sind erfolgreich verlaufen, an einer weltweiten Zulassung wird gearbeitet. Die Forscher und Forscherinnen hoffen, dass Patienten in zwei bis drei Jahren von der neuen Methode profitieren. Das Projekt mit dem Namen “mediNiK – Entwicklung eines medizinischen Klebstoffes zum Entfernen von Nierensteinfragmenten” läuft vom 01.09.2014 bis zum 28.02.2017 und wird durch das BMBF gefördert. (BMBF/ms)
Mehr erfahren zu: "Visugromab überwindet Resistenz gegen Krebsimmuntherapie" Visugromab überwindet Resistenz gegen Krebsimmuntherapie Langzeitdaten der internationalen GDFATHER-01-Studie belegen das Potenzial des in Würzburg entwickelten Anti-GDF-15-Antikörpers Visugromab bei Patienten, deren Krebserkrankung auf etablierte Immuntherapien nicht mehr ansprach.
Mehr erfahren zu: "Potenzielle nicht hormonelle Therapie für das genitourinäre Syndrom der Menopause" Potenzielle nicht hormonelle Therapie für das genitourinäre Syndrom der Menopause Die präklinischen Ergebnisse einer neuen US-amerikanischen Studie deuten auf einen potenziellen nicht hormonellen Ansatz zur Behandlung der zugrundeliegenden Ursache des genitourinären Syndroms der Menopause hin.
Mehr erfahren zu: "Neuer Ansatz für personalisierte Therapie nach Nierentransplantation" Neuer Ansatz für personalisierte Therapie nach Nierentransplantation Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der MedUni Wien (Österreich) hat erstmals einen blutbasierten Biomarker zur individuellen Steuerung der Therapie bei Antikörper-vermittelter Abstoßungsreaktion nach Nierentransplantation eingesetzt [1].