BPLS: Belastung kann auch nach erfolgreicher Behandlung anhalten29. Mai 2026 Foto: Satjawat/stock.adobe.com Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) beeinträchtigt Patienten auch noch Jahre nach einer erfolgreichen Erstbehandlung – und zwar erheblich. Das zeigt eine aktuelle Beobachtungsstudie, die Patienten über sieben Jahre nachverfolgt hat. Das Team um Erstautor Eduardo Martin-Sanz vom Getafe University Hospital in Madrid (Madrid) beobachtete 361 Patienten mit BPLS, die erfolgreich behandelt worden waren, um die Langzeitergebnisse zu bewerten. Dabei legte das Team um Martin-Sanz besonderes Augenmerk auf Rezidivraten, Restsymptome, Sturzrisiko und Lebensqualität. Die in „Otolaryngology – Head & Neck Surgery“ veröffentlichte Kohortenstudie kombinierte eine retrospektive Datenerhebung mit einer prospektiven Nachbeobachtung derselben Patientenkohorte. Signifikante Langzeitmorbidität bei BPLS Dabei zeigte sich, dass BPLS trotz erfolgreicher Erstbehandlung mit einer signifikanten Langzeitmorbidität mit hohen Rezidivraten und anhaltenden Restsymptomen assoziiert war. Diese beeinträchtigen die Lebensqualität und erhöhen das Sturzrisiko erhöhen – insbesondere bei älteren Patienten. Das wiederum mache für diese Patientengruppe eine kontinuierliche Überwachung und Rehabilitation notwendig, schreiben die Autoren. Die Studie schloss 361 Teilnehmer mit der Diagnose Canalithiasis oder Cupulolithiasis ein, die sich kanalspezifischen Lagerungsmanövern unterzogen. Danach wurden sie wöchentlich bis zum Abklingen der Symptome nachbeobachtet. Um zu beurteilen, ob und in welchem Ausmaß eine Instabilität verblieb, unterzogen sich die Patienten einen Monat nach Abklingen der Symptome einer computergestützten dynamischen Posturographie. Falls indiziert wurde eine vestibuläre Rehabilitation durchgeführt. Zur Langzeitnachbeobachtung wurden die Studienteilnehmer telefonisch befragt und klinisch untersucht. Dabei erhob das Studienteam Werte des „Dizziness Handicap Inventory“. Mittels statistischer Analysen werteten die Autoren Zusammenhänge zwischen klinischen Variablen und Ergebnissen aus, darunter Rezidive, verbleibender Schwindel und Stürze. Anhaltender Schwindel mit erhöhtem Sturzrisiko assoziiert Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 63,3 ± 15,6 Jahre alt, wobei Frauen überwogen (2,2:1). Der hintere Kanal war am stärksten betroffen (86,7 %). Bei 47,1 Prozent der BPLS-Patienten kam es über einen Zeitraum von sieben Jahren zu einem Rezidiv. Der verbleibende Schwindel stieg von 29,6 % nach einem Monat auf 37,6 % bei der Langzeitnachuntersuchung an. Darüber hinaus berichteten 18,9 % der Patienten von Stürzen. Die Notwendigkeit mehrerer Repositionierungsmanöver (OR = 3,89, P = 0,033) und einer vestibulären Rehabilitation (OR = 2,41, P = 0,022) sagte ein Rezidiv voraus. Anhaltender Schwindel war mit einem erhöhten Sturzrisiko (OR = 5,7, P = 0,017) und erhöhten Werten im „Dizziness Handicap Inventory“ assoziiert. Wie die American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery (AAO-HNSF) betont, stehen die Ergebnisse im Einklang mit zentralen Empfehlungen der aktualisierten klinischen Praxisleitlinie der AAO-HNSF zu BPLS. Diese betont kanalspezifische Lagerungsmanöver als Therapie der ersten Wahl – denselben Ansatz, der auch in dieser Studie verwendet wurde. Auch die aktuelle gültige deutsche S2k-Leitlinie „Vestibuläre Funktionsstörungen“ betont die Bedeutung von Lagerungsmanövern für die BPLS-Behandlung. (ja/BIERMANN) Mehr zum Thema Schwindel:https://biermann-medizin.de/peripher-oder-nicht-peripher-schwindel-besser-unterscheiden/
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