Brain Prize 2023 für Erin Schuman10. April 2023 Die Preisträgerin Erin Schuman (Foto: © Max Planck Institute for Brain Research / G. Laurent) Die Max-Planck-Wissenschaftlerin Erin Schuman erhält zusammen mit zwei weiteren Forschenden den renommiertesten Forschungspreis der Neurowissenschaften. Mit dem Brain Prize 2023 würdigt die Lundbeck-Stiftung die Pionierarbeit von Erin Schuman vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt, Christine Holt von der Universität Cambridge und Michael Greenberg von der Harvard Medical School. Der Stiftung zufolge haben die Forschenden das Verständnis davon revolutioniert, wie Nervenzellen die Produktion der vielen tausend Proteine des Gehirns regulieren. Sie haben entscheidende Mechanismen für die Entwicklung und Funktion des Gehirns aufgedeckt und Einblicke in die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen und Entwicklungsstörungen geliefert. Um während der Entwicklung geeignete neuronale Verbindungen herzustellen oder sich im Erwachsenenalter durch Lernen und Gedächtnis an neue Herausforderungen anpassen zu können, müssen die Schaltkreise des Gehirns umgebaut und die neuen Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufrechterhalten werden – eine Fähigkeit, die als neuronale Plastizität bezeichnet wird. Eine solche Plastizität setzt voraus, dass die Proteine des Gehirns reguliert werden können. Schuman, Holt und Greenberg haben die grundlegenden Prinzipien aufgedeckt, wie die Proteinproduktion auf molekularer Ebene vermittelt wird – von der aktivitätsabhängigen Umschreibung von Genen in mRNA bis zur lokalen Übersetzung von mRNA in neue Proteine in den Fortsätzen der Nervenzellen. Ihre Erkenntnisse haben der Stiftung zufolge spektakuläre Einblicke in die Mechanismen geliefert, die es dem sich entwickelnden und dem erwachsenen Gehirn ermöglichen, durch Erfahrungen geformt zu werden. „Gemeinsam haben die Gewinner des Brain Prize 2023 bahnbrechende Entdeckungen gemacht und herausgefunden, wie die Bildung neuer Proteine in verschiedenen Bereichen der Nervenzellen ausgelöst wird und wie dies die Entwicklung und Plastizität des Gehirns ein Leben lang steuert“, sagte der Vorsitzende des Auswahlkomitees für den Brain Prize, Richard Morris. „Die Verleihung des Brain Prize für unsere Arbeit zur lokalen Synthese von Proteinen ist eine große Ehre für mich, die talentierten Studenten, die Postdocs, die Techniker und die Mitarbeiter, die mit mir über die Jahre sowohl am Caltech als auch am Max-Planck-Institut für Hirnforschung gearbeitet haben“, sagte Schuman. Über Erin Schuman Erin Schuman wurde 1963 in Kalifornien geboren. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Psychologie an der University of Southern California erhielt sie ihren Doktortitel in Neurowissenschaften an der Princeton University. Als Postdoc führte sie Studien in der Abteilung für molekulare und zellulare Physiologie an der Stanford University durch. Im Jahr 1993 wurde sie an die Fakultät für Biologie am California Institut für Technologie (Caltech) berufen. Von 1997 bis 2009 war Erin Schuman Forscherin am Howard Hughes Medical Institute (HHMI). Im Jahr 2009 zog sie mit ihrem Ehemann Gilles Laurent nach Frankfurt, um dort das neue Max-Planck-Institut für Hirnforschung aufzubauen. Über den Brain Prize Der von der Lundbeck-Stiftung verliehene Brain Prize ist der weltweit bedeutendste neurowissenschaftliche Forschungspreis. Mit der Auszeichnung werden äußerst innovative und einflussreiche Fortschritte in allen Bereichen der Hirnforschung ausgezeichnet, von der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung bis hin zur angewandten klinischen Forschung. Seit seiner erstmaligen Verleihung im Jahr 2011 wurde der Brain Prize an 44 Wissenschaftler aus neun Ländern verliehen.
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