Britisches Werbeverbot für Junk-Food wird umgesetzt1. Oktober 2025 Symbolbild: ©adji/stock.adobe.com Großbritannien macht es vor: Werbung für ungesunde Lebensmittel wird ab sofort eingeschränkt. Dadurch sollen besonders Kinder vor übermäßigem Konsum geschützt und Fettleibigkeit reduziert werden. Die britische Regierung erhofft sich langfristig Milliardeneinsparungen im Gesundheitssektor. Chips, Pommes, Schokolade und Limonaden: Werbung für ungesunde Lebensmittel wird in Großbritannien von heute an nur noch nach 21 Uhr im Fernsehen gesendet – im Internet gar nicht mehr. Damit kommt die Industrie einem Verbot zuvor, das Anfang des kommenden Jahres in Kraft treten und dabei helfen soll, Fettleibigkeit bei Kindern zurückzudrängen. Die britische Labour-Regierung, die das Vorhaben bereits von der konservativen Vorgängerregierung übernommen hat, erhofft sich von der neuen Regelung, dass Lebensmittelproduzenten den Zucker- und Fettgehalt vieler Speisen verringern. Der Speiseplan von Kindern im Land werde um 7,2 Milliarden Kalorien reduziert, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums in London. Jedes zehnte vierjährige Kind leidet an Fettleibigkeit Welche Lebensmittel von dem Werbeverbot betroffen sind, hängt von deren Nährwert sowie dem Anteil an gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker ab. Langfristig sollen dadurch auch Milliarden Pfund an Behandlungskosten für den britischen Gesundheitsdienst NHS entfallen. In Großbritannien leidet Behördenangaben zufolge inzwischen jedes zehnte Kind im Alter von vier Jahren an Fettleibigkeit. Jedes Fünfte hat demnach im Alter von fünf Jahren Karies. In Deutschland hatte der damalige Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) 2023 versucht, Werbeverbote für ungesunde Produkte mit Blick auf Kinder auf den Weg zu bringen. Das scheiterte aber am Widerstand der damals mitregierenden FDP und wurde bis zum Bruch der Ampel-Koalition nicht umgesetzt. Die jetzige schwarz-rote Bundesregierung hat keine derartigen Pläne im Koalitionsvertrag vorgesehen. Hochverarbeitete Lebensmittel (UPF) und deren gesundheitliche Auswirkungen sind seit Jahren ein umstrittenes Thema. Wie potenzielle Maßnahmen in Gesundheitswesen und Politik aussehen könnten und was dabei die Herausforderungen sind, wird derzeit weltweit diskutiert.
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