Brust- und Eierstockkrebs: Neues Beratungstool für betroffene Frauen28. Juni 2018 Foto: © SFIO CRACHO – fotolia.com Frauen mit einer Hochrisikomutation in den Genen BRCA1/2 haben ein erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens Brust- oder Eierstockkrebs zu entwickeln. Nach dem Ergebnis des Gentests müssen die Betroffenen trotz der Ausnahmesituation komplexe Informationen verstehen und weitreichende Entscheidungen treffen. Mit dem neu konzipierten online-gestützten Beratungstool iKNOW wollen Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität Berlin Ratsuchende und Ärzte bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Wie genau das funktioniert, erklären die Experten auf einem Symposium am 29. Juni. Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt hat zum Ziel, die Risikokommunikation für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen mit Hilfe einer Digital-Health-Anwendung nachhaltig zu verbessern. Das Team um Dr. Dorothee Speiser von der Klinik für Gynäkologie am CampusCharité Mitte will mit dem online-gestützten Beratungstools leicht verständlich erklären, welche präventiven und therapeutischen Optionen die Trägerinnen der Mutation haben und was dies für die persönliche Situation der Betroffenen bedeutet. „Die Patientinnen und die behandelnden Ärzte stehen in dieser Situation vor sehr schwierigen Entscheidungen. Als Experten überlegen wir, wie wir die präventiven Strategien möglichst anschaulich erklären können“, sagt Speiser, die auch die Leiterin der Tumorrisiko-Sprechstunde im Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs ist. „Mit dem iKNOW-Tool wollen wir den Patientinnen die Möglichkeit geben, anhand von Bildern und Grafiken zu erkennen, wie ihre Optionen aussehen können“, erklärt sie. Die Frauen sollen die Möglichkeit haben, sich auch nach dem Gespräch von zu Hause aus weiter zu informieren und online Nachfragen zu stellen. Auf dem Symposium „Risikokommunikation in der klinischen Praxis – neue Wege“ stellen die Projektpartner ihre Vision für das online-gestützte Beratungstool iKNOW vor und diskutieren mit Betroffenen, Klinikern und Wissenschaftlern, was Risikokommunikation leisten muss, um den Anforderungen der klinischen Praxis gerecht zu werden. Die Fachveranstaltung findet am Freitag, den 29. Juni von 11 bis 14 Uhr im Seminarraum des Kaiserin Friedrich-Hauses, Robert-Koch-Platz 7 in 10115 Berlin statt. „iKNOW – Entwicklung und Evaluation eines online-gestützten Beratungstools für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen“ Das Projekt „iKNOW – Entwicklung und Evaluation eines online-gestützten Beratungstools für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen“ wird über drei Jahre bis Mitte 2021 mit mehr als 740.000 Euro gefördert. Die Konsortialführung teilen sich Dr. Dorothee Speiser von der Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum und Privatdozentin Dr. Friederike Kendel von dem Institut für Medizinische Psychologie der Charité. Konsortialpartner ist Prof. Markus Feufel vom Fachgebiet Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Berlin. Innovationsfond Bundesausschuss Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz erhielt der Gemeinsame Bundesausschuss den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversorgung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind, zu fördern. Die Bundesregierung hat zu diesem Zweck einen Innovationsfonds aufgelegt. Übergeordnetes Ziel des Innovationsfonds ist eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Die zur Verfügung stehende Fördersumme beträgt in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro. Davon sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen.
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